Freitag, 1. April 2016

Hat es diesen Güterwagen auf Basis eines Omm 32 Linz beim DR Vorbild Epoche III / IV gegeben? Gute Frage - bei Liliput / Bachmann scheinbar schon







Mein lieber Kumpel Henri und seine neuste Anschaffung in Sachen MoBa, man mag es nicht glauben und es ist heute kein Aprilscherz - ein Plattformwagen auf Basis eines Fahrwerk mit Bremserbühne des Omm 32 Linz von Liliput Bachmann und jetzt kommt's dicke - mit der Beschriftung Epoche II DRB und nächster Bremsuntersuchung Mai 1944.

In den einschlägigen Literaturen zum Thema habe ich ein Vorbild dieses Plattform - Wagen jener Zeit nicht finden können, viel später in den 1980er Jahren sind mir schemenhaft zwei Exemplare des Villach oder / und Linz bekannt, - exakt kann ich das leider heute nicht mehr sagen - welche aber nur als reine Werkswagen in der Industrie meiner Heimat und dabei nicht mehr auf DR Gleisen zugelassen ohne Wagenkasten existierten. Ob diese zudem eine Bremserbühne und eine HIK - Druckluftbremse inne hatten, kann ich mit Bestimmtheit auch nicht mehr deuten.

Nun denn sei es wie es ist, die Frage besteht nun von meinem Kumpel Henri, was man aus diesem Modell noch gescheites machen könnte, um ihm eine halbwegs realistische "Daseinsberechtigung" in Epoche IV DR zu geben.
Ich könnte ihm einen Wagenkasten des Villach aus meinem Fundus spendieren, ich hatte ja mal solche Wagen umgebaut und mit Ätzteilen vom AW Lingen verfeinert, wovon ich in einigen Beiträgen vor etwa 2 Jahren hier im Blog berichtete, aber von diesen Modellen besitzt er schon einige Exemplare.



Liliput / Bachmann möchte sicher mit den nun schon bald 30 Jahre (ur-) alten Formen seiner Omm 32 / 33 Modelle noch etwas Kohle verdienen, bevor Roco mit seinen für dieses Jahr angekündigten neuen Modellen des Villach und Linz an den Markt kommt oder der französische Hersteller R 37 endlich auch seine Modelle nach deutschen Vorbildern anbietet.
Anderes kann man wohl von diesem fabrizierten Produkt nicht deuten, wobei die Klebe - Chinesen ihr übriges bei der Herstellung und dem Zusammenbau beigefügt haben.
Zwei schief eingeklebte Puffer bedeuten noch den etwas kleineren Mangel an dieser "Hütte"!  

Obwohl: ältere Modelle des Villach und Linz hatten ja auch noch Werksseitig Federpuffer implantiert bekommen. Heute braucht man diese wohl auch nicht mehr, es tun ja auch feste Puffer - Quo vadis, Liliput / Bachmann?
Unter dem Strich - ein "verschlimmbessertes" Modell was uns Liliput / Bachmann hier bietet!

Sollen im folgenden einige Bilder des Modells von der hohen Qualität der Herstellung im Jahr 2015 zeugen und den Plan zur Verbesserung bzw. Linderung der vielen Leiden zeigen:








Nachdem man sich die Bilder zu Gemüte geführt hat, kann eigentlich nur ein radikaler Umbau dieses Produktes in ein halbwegs vernünftiges Modell folgen.

Entfernt werden sollen nun nach einer längeren Diskussion gemäß dem "Für und Wieder" und der verschiedenen Sichtweisen auf ein Modell zwischen uns beiden daran Beteiligten folgende Teile am Wagen:

  • das Sprengwerk;
  • die komplette Bremsenanlage;
  • der Bremserstand;
  • die Puffer;
  • die KK - Kulisse;
  • der viel zu hohe Bohlenbelag, der beim Vorbild innen zwischen den äußeren Langträgern versenkt lag.
Der Wagen wird nun in einen ungebremsten nebst der Bremserbühne beraubten Zustand versetzt, mit Federpuffer / Sockelplatten und einer durchgängigen Luftleitung mit Schläuchen versehen und wahrscheinlich mit OBK - Kupplungen von Michael Weinert ausgestattet werden.
Das Sprengwerk werde ich meinem Kumpel aus einem Ätzsatz vom AW Lingen spendieren, gottlob habe ich noch einen sehr kleinen Vorrat auf Halde zu liegen, Jochen Leisner ist mit diesem Ätzblech leider in seinem Shop des AW Lingen ausverkauft, eine neue Auflage wegen den Roco - Neuheiten der Modelle der Zeit nicht in Sicht.
Beim Bohlenbelag müssen wir erst einmal sehen, ob uns da eventuell noch ein guter Einfall weiter bringen wird.
Ein Bahnhofswagen oder ein Werkswagen werden wir schon auf's Gleis stellen können.
Das das Modell zudem in seinen Hauptabmaßen zum Teil stark dem Vorbild abweicht, dürfte ja schon hinreichend bekannt sein.

Kommentare:

  1. Hallo Ingo,

    Der Linz wurde wie auch schon die früheren Niedrigwandigen O-Wagen Halle (O 10) und Frankfurt (O 01) mit abbordwaren Bordwänden gebaut. Sprich diese Wagen könnten als Flachwagen verwendet werden. Grund Transport von Militärfahrzeugen. Wo der Linz an den Wagenende auch Panzerhaken hat um die Fahrzeuge entsprechend zu sichern. Später sind einige, ebenso wie Villach ohne Bordwände als Flachwagen dauerhaft verwendet worden. Die Vorbilder sind im Carstens Band 5 zu finden. Ich habe seinerzeit den Xflm 36 dafür gebaut, der beim Vorbild ehemals ein Villach war. Sieh man schön an den Bohrungen für die Profile im Langträger.
    Vorschlag neunen Wagenboden mit Echtholz belegen.

    Viele Grüße Joachim

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    1. Moin Joachim,

      vielen Dank dass Du mir mit Deinem Kommentar die Augen geöffnet hast!
      Das Stichwort hierzu sind die Panzerhaken, welche der Villach nicht hatte. Diese habe ich seiner Zeit beim verfeinern der Villach von Liliput auch abgetragen. Liliput hat ja nur ein Fahrwerk für den Linz und den Villach im Regal, eben auch mit den Panzerhaken die aber wie gesagt beim Villach nicht vorhanden waren weil die Seitenwände im Gegensatz zum Linz nicht entfernbar sind.
      Das abklappbare Geländer inklusive der Bremsenspindel an der Bremserbühne hat man, wenn auch leider sehr schlecht, bei dem Linz nachgebildet. Auch ein Grund zum Nachdenken "des warum abklappbar".
      Der Wagen nun soll in ein ehemaligen Omm 42 Linz DR Flachwagen in der Epoche IV umgebaut werden, bei den ersten Planungen hatte ich leider "nur" meine Villach im Kopf, aus diesem Grunde war ich wohl völlig Betriebsblind gegenüber dem Linz und jene Unterschiede der Bauarten gewesen!

      Zum Wagenboden habe ich mit Echtholz - Bohlen den gleichen Gedanken, stören würde mich nur dabei, dass der Boden dann trotzdem wieder höher als die äußeren Langträger und Pufferbohlen zu liegen kommt.
      Eine Möglichkeit die vielleicht gar nicht mal so abwegig sein dürfte, wäre das obere ausfräsen des Metall - Wagenkasten innerhalb der Träger und Pufferbohlen um ca. 0,3 - 0,4 mm und so könnten direkt! maßhaltige Echtholzleisten aufgelegt bzw oben bündig und relativ problemlos fixiert werden. Das "Fleisch" für solch eine Aktion wäre am Fahrwerk vorhanden!
      Diese Prozedur habe ich zur Probe beim SSla von BRAWA probiert, den Druckgußboden runter und maßhaltige Echtholz - Bohlen Oberkante bündig drauf. Dadurch wird natürlich das Fahrwerk instabil, aber es gibt dennoch eine Möglichkeit zur Stabilisierung! Ein schönes Bild des so ausgestatteten Boden von unten gesehen ist etwas wirklich feines! Das Gesamtgewicht des Modelles soll im Moment erst einmal nebensächlich sein...
      Aber der Ralph hat ja nun noch eine andere sehr gute Lösung in Arbeit ...

      Joachim ich danke Dir für Deinen Kommentar, er hat mich um einige wichtige Schritte weiter gebracht!!

      Liebe Grüße Ingo

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    2. PS. zu meinem obigen Kommentar:

      Ich meine natürlich Metall - FAHRWERK - nicht! wie oben Irrtümlich geschrieben "Metall - Wagenkasten"!!!

      Ingo

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