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Dienstag, 28. Januar 2014

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge XIV - und ein völlig ausgeleierter und desolater geschraubter Schienenstoß mit der Frage: Darf man einen solchen im H0 Pur Standard nachbilden ...







... wo doch die allgemeine Meinung vorherrschend ist, dass man gerade beim "praktizierenden" H0 Purismus "nur" exakte Gleise dem Vorbild nachbilden sollte.

Wie ich zu dieser Annahme komme, nun ganz einfach, ich selbst konnte bis dato von H0pur Gleisen, seien sie in Publikationen oder auch im Internet veröffentlicht und gleichwohl in Natura persönlich betrachtet, ausschließlich peinlich exakte und aller bestens gepflegte ohne jeglichen "natürlichen Verschleiß" an Schienen- und Schwellenmaterial behaftete Gleisanlagen finden, wobei ich hiermit betonen möchte, dass dieser mein persönlicher Eindruck den ausschließlich nach der H0pur Norm gefertigten Gleisen gelten soll!
Gerade aber beim Gleisbau nach der H0pur Norm (nicht nur in diesem Standard!) und einem realen Vorbild als "Wegweiser" bietet es sich doch förmlich an, ausgelutschte und desolate Schienenwege exakt nachzubilden! Das, so finde ich, ist doch gerade der Reiz an der Sache!

Selbstverständlich muß man dabei auch den Fakten zollen, dass bei im H0pur Standard nachgebildeten Gleisen wenn auch von eingleisigen Haupt- und Nebenbahnen der Verschleiß am Gleismaterial bei ungleich höheren Aufwand für Instandhaltung in Natura weitaus geringer ausfällt im Gegenzug einer Kleinbahn.
Aber auch bei o.g. Bahnen gab und gibt es Verschleiß, wobei gerade die geschraubten Schienenstöße besonders gefährdet sind, werden diese nicht regelmäßig zB. durch "in grauer Vorzeit" einmal existierende Streckenläufer auf Festigkeit geprüft und gewartet.

Nun denn, heute möchte ich mein zur Zeit in Arbeit befindliches kleines Miniprojekt der Nachbildung eines völlig desolaten Schienenstoß auf ebenso stark verwitterten Schwellen am Gleis zum alten Schwellenplatz in der Höhe der Trennung von der rückgebauten Weiche dem interessierten Leser vorstellen.
Dabei möchte ich wirklich einmal total ausloten, wie weit es möglich ist, solch eine Szene bis in das aller kleinste Detail nachzubilden.



Hier nun der Beginn meiner Bastelei eines schön ausgeleierten ehemals geschraubten Schienenstoß auf einer völlig zerbrößelten Doppelschwelle.
Die "Langlöcher" für die Aufnahme der Bolzen zur Befestigung der Schienenlasche sind durch den beim überfahren wippenden Stoß entstanden. Diese Situation kommt zu Stande, wenn zwei Faktoren nicht mehr ihre zugedachte Rolle spielen, zum einen kein vorhandener fester Untergrund für Schiene und Kleineisen so dass der Stoß beim überfahren nicht durch dieses und der Schwelle aufgefangen und in den Oberbau abgeleitet werden kann und zu anderen natürlich äußerst mangelnde Wartungsarbeiten am Gleis respektive am Stoß.
So konnte sich nun über einen längeren Zeitraum diese Szene bilden.
Die beim Vorbild in solch einer Szene zu erkennenden Schwellenschrauben der Kleineisen - welche natürlich ihre zugedachte Aufgabe hier nicht mehr erfüllen können - werde ich versuchen korrekt nachzubilden.
Ein Paar weitere Bilder im folgenden sollen noch etwas mehr Aufschluß zu dieser Szene bringen:


Donnerstag, 9. Januar 2014

Die einfache Stahlträger - Brücke zur Aufnahme des H0 Pur Gleis zum alten Schwellenplatz über den Abflusskanal auf dem Minimodul







Im Zuge der Sanierung des abzweigenden Gleis zum alten Schwellenplatz an der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn im Jahr 1955 wovon ich hier im letzen Beitrag im Blog berichtete, stand man vor der Aufgabe, parallel zu diesen Arbeiten endlich den Abfluss des Sickerwasser aus der dem Hauptgleis nahen Abraumhalde besser und effizienter zu regulieren.
So entschloß sich das Braunkohlenwerk Golpa als Eigentümer und Ausführer der Arbeiten diesen Kanal grundlegend zu verbreitern, um eine weitaus größere Abflußmenge des Wasser als es in der Vergangenheit gegeben war zu erreichen.
Demzufolge musste nun auch eine längere Brücke für das Gleis über diesen Kanal  gebaut und installiert werden.
Man entschied sich hier für eine einfache Stahlträger Brücke zum überspannen des Gleis über den Kanal, welche mit eigenen Mitteln in der zum Braunkohlen Werk Golpa zugehörenden Zentralwerkstatt die über viele Jahre große Erfahrungen mit diesen und ähnlichen Aufgaben vorzuweisen hatte, angefertigt wurde.
Große Anforderungen brauchte diese Brücke dabei nicht zu erfüllen, einzig die uneingeschränkte Tragfähigkeit von 16 Tonnen Achsdruck mußte sie unter Beweis stellen und erfüllen.

Leider konnte ich auch zu dieser Brücke, welche im Jahr 1981 abgebaut und verschrottet wurde keine Abbildung oder Aufzeichnung finden, aber es existiert eine von einem ehemaligen leider vor längerer Zeit verstorbenen Bitterfelder Kunstmaler und Heimatforscher im Jahr 1966 angefertigte sehr schöne Radierung nebst diversen Skizzen in mir bekannten privatem Besitz, auf dieser die Landschaft mit der Abraumhalde und im Vordergrund zum Teil diese Brücke zu erkennen ist.



Eine Stahlträger Brücke ähnlicher Bauweise, wie es dieses schöne Vorbild in Norddeutschland als übrig gebliebenes Relikt einer schon lange Zeit verschwundenen Kleinbahn in der Abbildung zeigt, soll es werden.
Dabei, so meine Freude, kommt man bei solch einem speziellen Bauwerk im Maßstab 1 : 87 erstellen zu wollen, um den kompletten Selbstbau wohl nicht herum!
So wird es auch unter der Verwendung verschiedener Messingprofile diverser Abmessungen in der kommenden Zeit geschehen.

Ein paar erste Eindrücke von der örtlichen Gegebenheit und Lage der zukünftigen Brücke für das Gleis über den Abflusskanal auf meinem im Bau befindlichen Minimodul sollen nun im Anschluß folgen:

Sonntag, 5. Januar 2014

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge XIII - die grundlegende Beseitigung einer Unstimmigkeit am abzweigenden Gleis







Die eingebaute Zwang - oder fachlich korrekt ausgedrückt "Leitschiene nach Oberbau K - LeK - auf Holzschwellen" im Bogen des abzweigenden Gleis zum alten Schwellenplatz und deren Bau ich vor ein paar Monaten für interessierte hier im Blog vorgestellt und dokumentiert hatte, lag mir seit der "Fertigstellung" etwas schwer im Magen.
Ich war bis vor kurzer Zeit mit diesem Bild der Leitschiene beim betrachten absolut nicht zufrieden!

Da es nun mal leider keine "fertigen" und ebenso maßstäblichen Bauteile zur Nachbildung solch einer Situation im Gleis speziell auf Holzschwellen im Maßstab 1 : 87 am Markt gibt, anders zur maßstäblichen Nachbildung einer Leitschiene auf Stahlschwelle von RST Eisenbahnmodellbau diese ich vor geraumer Zeit hier im Blog vorstellte, mußte ich zu damaliger Zeit beim Bau improvisieren.
Diese Improvisation gelang mir aber im Modell mit nichten!
Auf den Punkt zu kommen muß ich heute mir eingestehen, dass ich schlichtweg gepfuscht habe!
Nach nochmals eingehendem betrachten einiger diesbezüglicher Vorbildsituationen im Gleis in entsprechenden Büchern und auf mir leihweise zur Verfügung gestellten Fotografien hatte ich dann relativ schnell beschlossen, die von mir erstellte Leitschiene samt dem kompletten Oberbau / Schwellen abzutragen und nochmals ganz von vorn mit dem Aufbau zu beginnen.

So liegen mir nun heute die ersten Ergebnisse dieser Bastelei in einem meiner Meinung nach doch sehr viel gefälligerem Bild der Ansicht im Gleis vor, auch wenn es noch immer nicht maßstäblich ist, nicht maßstäblich der mir fehlenden korrekten Teile sein kann. Mit diesem Kompromiss muß und kann ich aber leben!
Im nebenstehenden Bild ist nun die neu gebaute Leitschiene zu sehen, nebst nochmals neu hergestellten und bearbeiteten Schwellen aus Lindenholz von H0fine.
Die beim ersten erstellen des Gleisstück verbauten Schwellen bestanden derweil auch aus Lindenholz von der amerikanischen Firma "North Eastern", welche mich aber auch nicht begeisterten. Die Qualität allein des Holz, obwohl "vom gleichen Baum der Linde" reicht wirklich nicht an die Qualität des Lindenholz welches H0fine verarbeitet. Dieser Unterschied macht sich stark beim bearbeiten und späteren betrachten von verlegten Schwellen beider Produzenten unter einander im Vergleich bemerkbar!
So kann man die qualitativen Unterschiede des Holz der Schwellen und der Leitschiene selbst hier im nebenstehenden Bild vom alten und abgebauten Gleis nochmals betrachten.

Nach von mir im Landesarchiv Dessau recherchierten neusten Erkenntnissen wurde das komplette abzweigende Gleis zum alten Schwellenplatz der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn GmbH im Jahr 1955 vom VEB Braunkohlenwerk Golpa als 1953 durch der zu dieser Zeit die Bahn noch verwaltenden SMAD (Sowjetische Militäradministration) eingesetzten neuen "Eigentümer" grundlegend saniert und dabei das bis dato liegende preußische Gleis der Bauform V gegen ein Gleis des Oberbau K ausgetauscht und ersetzt.
Dabei, so die archivierten Aufzeichnungen, ist die dritte Schiene im Gleis im Vorrang zur Stabilisierung des Gleiskörper eingebaut worden.
Ein Großteil der verwendeten Materialen dieses Gleis stammt aus von den Russen zur Reparation nach dem II. WK und bis dato nicht abtransportierten abgebauten Gleisen von Hauptbahnen.
So ist das nun verlegte "neue Gleis" zum Schwellenplatz aus altbrauchbaren Materialien entstanden, was auch im Modell um 1960 nachgebildet werden sollte.



Das nun neu gearbeitete Gleis links im Bild im ersten Rohbau von oben betrachtet.
Außer ein paar aufschlussreicher Detailinformationen, welche ich vor Jahren von zwei Zeit - und Augenzeugen bekommen habe, liegen mir leider keine detaillierte Zeichnungen oder sogar Fotografien des Gleis zum Schwellenplatz aus damaliger Zeit (nach 1955 - 1967) auch nach jahrelanger Suche danach vor, so muß ich denn wohl diese Situation soweit möglich für mein Modell improvisieren.

Weitere Informationen und Bilder von der Baustelle sollen nun folgen:

Donnerstag, 28. November 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge XII - und die Abstützung und Sicherung der gefährdeten Bahntrasse in diesem Streckenbereich







In einem der vorangegangenen Beiträge zum Minimodul, der unter diesem Link zu erreichen ist, hatte ich das Thema "Sickerwasser aus der Abraumhalde neben dem Gleis" schon eingehend beschrieben und  berichtet dabei von der anstehenden Situation der notwendigen "Wasserentsorgung" an der Strecke beim Vorbild der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn.
Ich habe nun begonnen, diese Situation in ersten Schritten auf das Minimodul zu übertragen.
Dabei soll die am Anfang die Ende der 1950 iger Jahre entstandene Befestigung der Gleistrasse entstehen um später die Rohre etc. zur Wasserableitung verlegen zu können.
Dieses Befestigung der Trasse wurde zu damaliger Zeit mit sehr einfachen aber dennoch wirksam über 30 Jahre ihren Zweck erfüllenden Mitteln ausgeführt.
Dabei kamen beim Vorbild 300 mm H - Stahlträger zum Einsatz, welche "recycelt" aus einem Abbruch im benachbarten Großkraftwerk Zschornewitz stammten. Diese H - Träger zusammen mit brauchbaren Altschwellen wurde knapp neben dem Gleis in Profilfreiheit zur Strecke in den Boden gerammt und die Lücken zwischen den Trägern mit den alten Schwellen aufgefüllt. So ist eine sehr wirksame Befestigung der Gleistrasse gegenüber dem unmittelbar daneben liegenden Wassergraben erreicht worden. Bei Verrottungen der aufgefüllten Schwellen wurden diese Kurzerhand entsorgt und "neue" alt brauchbare Schwellen wieder aufgefüllt.
Gleichzeitig mußte man ein paar der H - Stahlträger im Laufe der Zeit nochmals abstützen, was auf den sehr lockeren sandigen Boden zurück zuführen ist.
Diese Situation wovon leider bis dato kein Bild vom Vorbild aufzutreiben war, aber nach Aussagen eines Zeitzeugen und ehemaligen Mitarbeiter des damals für diesen Streckenabschnitt zuständigen Meisterbereich glaubhaft und detailliert mir gegenüber erzählt und beschrieben worden ist,  möchte ich nun versuchen im Modell darzustellen!



Die H - Stahlträger bestehen in diesem Fall aus Messing H - Profil der Abmessung von 3,0 mm x 3,0 mm nebst  dem Lindenholzprofil von H0fine, welches ich für "normale Schwellen" beim Gleis - und Weichenselbstbau auch verwende.
Im Prinzip ist der Bau dieser Balustrade recht simpel, einige wenige Bemerkungen möchte ich im folgenden dem geneigten Leser und Besucher dieses Blog an Hand weiterer Abbildungen zur Erstellung abgeben:

Dienstag, 5. November 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge XI - ein kleiner Zwischenbericht






Vielleicht ist es dem einen oder anderem meiner werten Leserschaft dieses Blog von Interesse, in wie weit nun das "Minimodul" in seiner zur Zeit bestehenden Struktur in voller Ansicht mit allen bisher für diesen Zweck erstellten und in Arbeit befindlichen Modellen besteht.

Ich habe nun am vergangenen Sonntag bei dem allerseits draußen vor der Tür bestehendem Regennassen und  sehr ungemütlichen Herbstwetter ein paar Fotos vom Minimodul geschossen, um einmal selbst den momentanen Fertigungszustand  "in voller Pracht" - wenn man schon davon sprechen kann - zu überblicken und ein wenig zu genießen.

Diese Aufnahmen möchte ich euch nicht vorenthalten, sind doch schon ein paar kleine Erfolge in meiner etwas langwierigen Bastelarbeit an den bis dato erstellten Teilen zu erkennen.



Der komplette Überblick zeigt nun im Ganzen das im entstehen befindliche Minimodul.
Die Teile liegen auf einer Papierunterlage mit den Maßen von 900 mm x 400 mm, auf dieser ein Raster von 100 mm aufgezeichnet ist, um die genauen Standorte der einzelnen Modelle ermitteln zu können.
Die Gesamtlänge des hier zu sehenden Hauptgleis inklusive der "rückgebauten" Weiche beträgt 1100 mm.

Nun sollen noch einige Aufnahmen, Überlegungen und Pläne im Detail folgen:

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge X - und die "abgekippten Betonschwellen" im befahrbaren Gleis





Mitunter sehr groteske Situationen im Gleis der Kleinbahn meines Vorbild und zudem von der zuständigen Bahnaufsicht zur Zeit wieder für bedingt befahrbar erklärt, solche schönen und  interessanten  Motive sind doch für den Gleis - und Weichen - Selbstbauer ein wahrlich gefundenes Fressen, diese exakt maßstäblich in ein Modell zu übertragen.

So auch diese heute vorgestellte real existierende Situation im Gleis der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn, welche am Anfang des Gleisbogen auf meinem Minimodul exakt ins Modell übertragen werden wird.



Eine Situation im Gleis die 1988 entstanden und bis zum heutigen Tag erkennbar nach einem Nachbau förmlich schreit - ein paar gekippte Betonschwellen Bauart Bs 55 DR hervorgerufen durch eine Gefahrbremsung / Notbremsung einer gezogenen Rangierabteilung mit mehreren beladenen Wagen und durchgehend angeschlossener Bremsleitung nebst einem guten Wert an Bremsprozenten da sämtliche Fahrzeuge der Einheit Druckluft gebremst - aber leider von der ziehenden Lokomotive kurz vor dem Zeitpunkt dieser Bremsung getrennt durch eine Zugtrennung, hervorgerufen durch den Bruch des Zughaken am der Lokomotive folgenden ersten Wagen verursacht.
Dadurch wurde die Zwangsbremsung durch die Trennung der Bremsleitung der Rangierabteilung herbeigerufen, wobei der Umstand einer Gefällefahrt im Gleis von ca. 4 Promille noch ihr übriges Tat. Leider waren zu diesem Zeitpunkt im Gleis keine Wanderschutzklemmen installiert, dementsprechend konnten die Schienen ein paar Zentimeter verrutschen und dieses Bild erzeugen.

Aller Anfang um ein den Gegebenheiten auserkorenen Vorbild in ein exaktes Modell zu übertragen ist ein genaues und detailliertes Studium des Vorbild am Objekt der nachzubildenden Begierde selbst und aus vielen  Perspektiven geschossenen Bildern und Detailaufnahmen zur Auswertung Daheim.

Im folgenden möchte ich noch einige Detailaufnahmen von dieser Vorbildsituation zeigen und einige Gedanken zur Umsetzung in das Modell äußern:

Samstag, 7. September 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge IX





Das abzweigende Gleis in Richtung alter Schwellenplatz besaß gleich im "scharfen" ersten Gleisbogen nach der Weiche eine nachträglich eingebaute Leitschiene.
Diese Leitschiene oder umgangssprachlich auch Zwangschiene genannt, wurde einige Jahre nach der Verlegung und dem Betrieb des Gleis zum einen dem nur 90 Meter messenden Bogenhalbmesser schuldig nebst der auch bei langsamster Fahrt großen Gefahr der Entgleisung der Fahrzeuge installiert, nach Aussage eines Zeitzeugen hatte diese Leitschiene zudem zusätzlich die Aufgabe diesen Gleisbogen zu stabilisieren. Man hatte nach einiger Zeit des Betrieb und befahren an diesem Gleis festgestellt, dass der Unterbau aus Gründen der unmittelbaren Nachbarschaft zu ausgekohlten Braunkohlengruben "wanderte" und somit die Gefahr einer permanenten Gleisverschiebung gegeben war. Man konnte und wollte nun zu dieser Zeit nicht das Gleis grundlegend befestigen, ergo Griff man zu diesem "Hilfsmittel" um das Gleis noch für einige Zeit mit einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h befahrbar zu halten.
Da  in damaliger nahen Zukunft schon der Plan eines neuen und weitaus großeren Schwellenplatz gereift war, der ja auch einige Jahre später an anderer und "sicherer Stelle" entstand, sollte diese Maßnahme auch nicht für die Ewigkeit sein.
So wurde also diese Leitschiene mit einer alten verbrauchten und unter das Grenzmaß beidseitig abgefahrenen Schiene der Bauart S 49 nebst Kleineisen Oberbau K in den scharfen Gleisbogen gebaut.



Im Bild zu sehen ist die Leitschiene in den Gleisbogen fest eingebaut aber noch nicht mit allen Details komplettiert.

Leider habe ich zu dieser Leitschiene beim Vorbild keine exakten Daten und auch nicht das kleinste Foto bis heute auftreiben können.
Bekannt ist mir nur, dass zur Verwendung eine Schiene der Regellänge von 15 Meter verbaut wurde, an dieser vor dem Einbau beide für die Stoßschrauben / Laschen durchschossene Bohrungen beider Enden mittels Schneidbrenner abgetrennt und in Folge am Schienenfuß bearbeitet und gebogen wurden.
Somit habe ich dann eine etwaige Gesamtlänge der Leitschiene von ca. 13,5 - 14,0 Meter bedacht, welche im Maßstab 1 : 87 eine Länge von etwa 155 mm - 161 mm entspricht ermittelt und den Mittelwert von 157 mm Länge für das Modell übernommen.

Es gibt noch einige Maße mehr zu beachten, diese zum einen an Hand einer Musterzeichnung der Leitschiene auf Holzschwellen aufgeführt und meine Erstellung dieser im Modell soll nun im folgenden gezeigt werden:

Freitag, 23. August 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge VIII





Zur Zeit finde ich kaum eine ruhige Minute mich ordentlich um meinen Eisenbahn Modellbau zu kümmern, zu viele Aufgaben müssen außerhalb meines Arbeitszimmer erledigt werden.
So habe ich auch nur wenige kleine Basteleien an meinem Minimodul ausführen können von denen ich heute berichten kann. Andere Arbeiten zB. der Fahrzeugbau und meine in Planung befindlichen neuen Projekte werde ich erst im Frühherbst weiter intensiver verfolgen bzw. beginnen können. Zudem haben Firmen die mich mit weiterem von mir benötigten Material beliefern, im Moment ihren Jahresurlaub, sodass ich einige der Baustellen wegen fehlender Teile zwangläufig ruhen lassen muß.

Aus den genannten Gründen führte ich im Hauptgleis des Modul einige weitere kleine aber wichtige Detailarbeiten durch, von diesen ich nun dem geneigten Leser berichten möchte.




Im Gleis dieser Aufnahme ist ein Eisenrohr mit ca. 160 mm Durchmesser erkennbar. Von diesen Eisenrohren wurden Stellenweise mehrere in einem kurzen Abschnitt des Gleis nachträglich zwischen die Schwellen eingebaut. Ihre Aufgabe diente einzig der "Entwässerung" beidseitig des Gleisoberbau. Durch die Lage einzelner Gleisabschnitte unmittelbar neben aufgeschütteten Abraumhalden, welche hier in der Gegend auch Kippen genannt wurden, wobei diese bis zu einer Höhe von ca. 30 Meter und teilweise auch mehr messen, entstand mit der Zeit am Fuß dieser frisch aufgeschütteten "Berge" eine nicht unbeträchtliche Menge an Sickerwasser, welches zudem durch Regen und im Winter abfließendes Schmelzwasser verstärkt wurde.
Um nun einen zu hohen Stand des Wasser und dadurch eine zwangsläufige Beschädigung des Oberbau zu vermeiden bzw. einzudämmen, hatte man "in früherer Zeit" solche eisernen Rohr zwischen die Schwellen gelegt damit das Wasser einfach schneller abfließen konnte. Demzufolge legte man auf der gegenüber liegenden Seite des Gleises einen Graben zur Aufnahme des Wasser an, welcher wiederum weitere Abflussmöglichkeiten besaß. Dieses Verfahren konnte man auch als Melioration bezeichnen, ähnlich den angelegten Kanälen zur Entwässerung von Sumpf - und Feuchtgebieten.
Über die Jahre nun haben sich diese Abraumhalden gesetzt und rekultiviert, bewachsen mit Bäumen und vielen anderen Pflanzen ist die Gefahr des "abfließenden Wasser" weitgehend gebannt.

Diese Situation möchte ich nun im folgenden auch in meinem Gleis auf dem Minimodul gemäß dem Vorbild darstellen:

Freitag, 9. August 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge VII





Der Bau am Minimodul geht zwar langsam aber sicher weiter!
Nachdem nun das im Bogen liegende Hauptgleis abzüglich einiger noch ausstehender Arbeiten am Gleis an den jeweiligen Enden zum Modulrand im Rohbau erstellt ist, kann mit dem anfertigen und verlegen des abzweigenden Gleis in Richtung "alter Schwellenplatz" begonnen werden.
Dieses Anschlußgleis begann beim Vorbild gleich im Anschluß an der (ehemaligen) Weiche das Höhenniveau der Trasse zu verlassen, um den etwas tiefer zum Niveau des Hauptgleis liegenden Schwellenplatz zu erreichen.
Dazu ist noch anzumerken, dass dieser Zustand erst bei den Umbauarbeiten der Gleisanlage bei der Zschornewitzer Kleinbahn in diesem Bereich von pr. Form 6d auf Oberbau K mit S 49 Schienen eintrat, in dem das ehemalige Niveau des Hauptgleis durch Aufschüttung / Erhöhung mit dem übrigen Verlauf der Trasse - um eine durchgehend niveaugleiche Trasse des Hauptgleis zu erhalten - in den 1930er Jahren geschah. Diese Erhöhung des Hauptgleis zur Angleichung des Niveau betrug in diesem Bereich ca. 0,5 Meter der Wert im Maßstab 1 : 87 etwa 6 mm entspricht.
Genau diese 6 mm Höhenunterschied sollen nun durch eine schiefe Ebene des Anschlußgleis von der rückgebauten Weiche "Talwärts" zum eigentlichen Schwellenplatz auf dem Modul dargestellt werden.
Im Modell bedeutet es eine Minimierung der Höhe zur Haupttrasse aus 18 mm Multiplex bestehend auf dann 12 mm starkem Multiplex bei einer Länge der schiefen Ebene von 570 mm.
Leider besitze ich kein Material des Vorbild über diesem Zustand, konnte aber nach langem suchen beim Vorbild mit etwas Glück den Punkt finden, an welchem das ehemalige und schon lange Zeit eingeebnete Gleis von der ehemaligen schiefen Ebene in die horizontale überging. Beim sorgfältigen vermessen wurde dann der Wert von ca. 49 Meter Länge des in der Neigung befindlichen ehemaligen Gleises ermittelt, was einen Wert im Maßstab 1 : 87 von etwa 570 mm entspricht.



Die komplette Ansicht der Gleistrasse im momentanen Bauzustand inklusive der rückgebauten Weiche.
Das links liegende Anschlußgleis zum Schwellenplatz ist mit ein paar Schwellen provisorisch in seine Lage gebracht worden, um dessen Neigung von 18 mm messender Höhe auf dem in diesem fertiggestellten und sichtbaren Bereich des Trassenbrett um ca 40 mm Verringerung der Höhe auf den Wert von 14 mm zu testen.
Die einzelnen Arbeitsschritte möchte ich nun im folgenden zeigen:

Sonntag, 7. Juli 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge VI





Unweit der von mir auf dem Modul beabsichtigten Nachbildung eines dem Vorbild bei der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn geschlossenen Abzweig Schwellenplatz steht ein eher unscheinbares kleines Gebäude einer nun schon lange Zeit geschlossener und seit einigen Jahren verschwundener LPG Tierproduktion zuzuordnend.
Dieser kleine einem Schuppen ähnliche Bau hatte seiner Zeit die Aufgabe, bei der Mast verendete Tiere welche im speziellen Schweine waren, diese bis zum Abtransport zum Abdecker aufzubewahren und zu lagern.
Der Abtransport lag gewöhnlich nach meinen gewonnenen Erkenntnissen im Regelfall bei zwei Mal in der Woche, wobei es im Sommer bei höheren Außentemperaturen auch durchaus öfter geschah.
Abtransportiert wurden diese Kadaver von speziellen Lastkraftwagen die für diese Aufgabe hergerichtet waren.
Da dieser kleine Bau recht prägnant auch noch in seinem heutigen Zustand ist, soll er auch im Modell entstehen.



Die Vorderansicht zeigt ein schlicht verbrettertes schwebendes Tor mit seiner Laufschiene, dass den eigentlichen Lagerraum für die Tiere abschließt.
Eine kleine ebenfalls schlicht aus Holzbretter gebaute Eingangstür führte im inneren in einen kleinen Raum in dem diverse Chemikalien und ungelöschter Kalk zur Reinigung des Lagerraum lagerten und die Wasserentnahme für dieses Tätigkeit installiert war. Diese Reinigung, Desinfektion und gründlichem ausspritzen mit Wasser fand nach jedem Abtransport der verendeten Tiere regelmäßig statt.
Weiter im folgenden eine kurze Beschreibung der in verschiedenen Außen - und Innenansichten der Abdeckhalle, wie dieses Gebäude umgangssprachlich genannt worden ist:

Mittwoch, 19. Juni 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge V







Hat es sich beim Bau des Minimodul in den hier gezeigten Beiträgen in diesem Blog im allgemeinen um den Aufbau des Gleises gehandelt, so steht heute nochmals die "rückgebaute Weiche" in meinem Fokus.

Um den Umbau bzw. das auswechseln der defekten und maroden Holzschwellen gegen altbrauchbare Betonschwellen der Bauart Bs 60 DR im Gleisbett der "rückgebauten Weiche" exakt darzustellen, bedarf es nun noch einige kleinere Arbeiten im direkten Umfeld der Baustelle die aber nicht weniger wichtig zu erachten sind.
Beim der Herausnahme der alten Holzschwellen im Bereich der Zungen und ebenso des Herzstück der Weiche an der ehemaligen Zschornewitzer Kleinbahn hatte man zu seiner Zeit  so gut wie das komplette Schotterbett in diesen Bereichen abgetragen, die Betonschwellen dann auf dem Planum neu verlegt, neue Schienen der Bauart S 49 montiert und mit neuem frischem Schotter wieder eingebettet, ausgerichtet und gestopft und so die Befahrbarkeit des Gleisbereich wieder hergestellt.

Was geschah nun aber mit dem alten Schotter aus dem Gleisbett welchen man jetzt "übrig" hatte?

Diesen alten Schotter ließ man erst einmal an den Stellen so wie hin geschoben und angehäuft neben dem Gleis liegen mit dem Plan ihn später zu beseitigen bzw. abzutransportieren.
Dieser Plan wurde seinerzeit nie in die Tat umgesetzt und so blieb er liegen wie er lag, wobei die Natur wenig später begann diesen Bereich für sich zurück zu erobern.

Diese Situation etwa 2 Jahre nach Beendigung der Bauarbeiten möchte ich nun in diesem Bereich der rückgebauten Weiche im Modell versuchen exakt darzustellen.



Die "Kraterlandschaft" als Untergrund für die Aufschüttungen des "alten" Schotter -, Dreck -,Sand -  und sonstigem Unratgemisch am im Bild vorderen Rand des Modell, welches sich im laufe der vielen Jahre des befahren dieser nun ehemaligen Weiche im Schotterbett angesammelt hat.
Ich habe für das Bild diese "Kraterlandschaft" mit etwas stark gezeichneten Konturen bemalt, damit man das Resultat der Grundform für das spätere aufschütten des oben beschriebenen "Unratgemisch" nebst dem anpflanzen der "zurückerobernden Natur" einigermaßen erkennen kann, ich hoffe das es mir auch gelungen ist und vom Betrachter eindeutig erkannt werden kann!

Die Vorgehensweise zur Erlangung dieses Ergebnis ist eher unspektakulär wie es im folgenden beschrieben ist:

Dienstag, 4. Juni 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge IV




Der Gleisübergang der Straßenanbindung zum ehemaligen Schwellenplatz der Kleinbahn



Im Anschluss des von mir auf dem Modul nachgebildeten Gleisbogen befindet sich bei meinem Vorbild der Zschornewitzer Kleinbahn ein schienengleicher Wegübergang, der in seiner Breite ein umfangreicheres Areal als ein herkömmlicher "normaler" Übergang dieser Kategorie für sich vereinnahmt.
Gebaut und später nochmals verbreitert zur problemlosen Befahrbarkeit mit großen und schweren Maschinen bis hin zu Tiefladefahrzeugen wurde dieser Übergang mit Betonplatten, welche zum Teil mit Stahlprofilen ummantelt sind.
Bedingt des befahren mit schweren Fahrzeugen bis zu sehr großen russischen Planierraupen, musste der Übergang über die Jahre sehr viele verschiedene Ausbesserungen über sich ergehen lassen.

Dieser Übergang soll nun auch auf meinem Modul mit all seinen Details seinen "angestammten Platz" finden.



Die folgenden Bilder beim Vorbild wurden im Jahr 2008 aufgenommen, seit dem hat sich in diesem Bereich nicht viel verändert!
Im Bild zu sehen ist der Übergang aus der Richtung des auch auf meinem Modul im Aufbau befindlichen  Gleisbogen.
Vielmals wurde zum ausbessern, aber auch zum befestigen der Betonplatten in ihrer Lage Bitumen verwendet, welches ohne erkennbare Systematik so aufgebracht wurde das es seinen Sinn erfüllt wie es die Aufnahme zeigt.

Nun sollen weitere Detailaufnahmen von diesem Übergang folgen:

Samstag, 1. Juni 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge III





Ich wurde in den letzten Wochen mehrfach von interessierten Besuchern dieses Blog nach dem verwendeten Trassenbrett des Mittelteil und dessen sehr zerstückeltes aussehen befragt und ob diese "Zerstückelung" eine  Methode besitzt. 
Diese Fragen möchte ich nun hier beantworten.

Die sichtbare "Stückelung" des mittleren Trassenbrett hat keine Methode, sie zeugt allein auf das verwendete "recycelte" Material von 18 mm starkem Birken Multiplexplatten hin.
Im laufe der Zeit hat sich ein größerer Posten von "Abfällen" dieses Materials mit gleicher Stärke bei der Verarbeitung angesammelt. Beim aufräumen der Werkstatt zusammen mit meinem Enkel entstand bei ihm die Frage, ob dieses Material nicht noch einmal sinnvoll verwendet werden könnte. Aus "Spaß" hatte ich ihm vorgeschlagen, dass er doch den Krempel wieder zu Brettern zusammenleimen könnte. Damit habe ich ihn ungewollt zu diesem Vorhaben provoziert!
So entstand das Trassenbrett durch das zusammenleimen einzelner auf das benötigte Maß gebrachter Abfallstücke mit Ponal Wasserfest auf einer dicken Glasplatte Plan ausgerichtet.
Nun war ich meinem Enkel gegenüber im Zugzwang und musste dieses Brett natürlich auch verwenden! Da das Brett völlig Plan und Bombenfest verklebt ist, habe ich auch keinerlei bedenken bei der Verwendung dieses als Trassenbrett für das Modul.

Soweit, so gut.



Die in den letzten Wochen am Modul geleistete Arbeit bestand zum einen in der Fertigstellung der schon in meinen beiden voran veröffentlichten und sich unter diesem Link befindlichen Beiträgen zum "Minimodul" beschriebenen beiden 15 Meter "Neubau - Gleisjoche" gemäß dem Vorbild an der Zschornewitzer Kleinbahn.
Dabei sind die Schienenstühlchen komplett brüniert, die exakt nach Maß eingebrachten Bohrungen zu deren Befestigung in die Schwellen gesetzt und diese dann mit dem "Spezialgemisch" aus UHU Alleskleber Lösungsmittelhaltig und Azeton im Verhältnis 1 : 1,5 sorgfältig verklebt.
Nach dem trocknen des Klebstoff wurden die Schwellen dann einer ersten farblichen Behandlung wie es das Bild zeigt mit einer selbst hergestellten Beize aus Spiritus und verschieden farbigen Künstlerpigmenten unterzogen.

Die weiteren Arbeiten bezogen sich dann auf das ein - und anpassen der Beton - und Stahlschwellen im weiteren Gleisverlauf des Bogen wie im folgenden beschrieben:


Donnerstag, 9. Mai 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge II





Der Gleisbau auf meinem Modul geht langsam aber sicher voran, so habe ich in der letzten Zeit ua. weiter an der Erstellung des Gleisbogen gewerkelt.
Die Eigenschaften dieses Gleisbogen hatte ich ja schon hier im ersten Teil des Projekt "Minimodul" kurz besprochen, soll dieser weitgehend maßstäblich exakt nach seinem Vorbild an der Zschornewitzer Kleinbahn entstehen.
Die dabei in das Gleis mit einzuarbeitende Überhöhung hat mir in der Planung und begonnener Ausführung bis dato doch einiges "an Gehirnschmalz" gekostet, soll diese doch so exakt wie möglich nachgebildet sein und später im Betrieb zudem auch ohne Betriebsunfälle funktionieren.
Solche Überhöhungen im Bogen eines Gleises habe ich in der Vergangenheit schon einige gebaut, waren diese aber anfangs mit Fahrzeugen / Radsätzen nach NEM - später dann nach RP 25 Norm mit dem jeweiligen Gleismaterial konzipiert. Bei der Verwendung dieser Normen werden auch kleine Fehler beim Bau solcher Überhöhungen im Gleis "verziehen", wie es damals zu seiner Zeit die Praxis an verschiedenen Projekten gezeigt hatte.
Nun aber soll diese Sache im H0pur Standard entstehen, mit bekanntlich maßstäblicher Höhe der Spurkränze an den Fahrzeugen von 0,32 mm! Das beim erstellen dieses Gleisbereich größte Sorgfalt walten muß, ist Voraussetzung zum störungsfreien gelingen des Gleisbogen



Die Länge des Trassenbrett für das Modul habe ich zum entspannten arbeiten in drei Teile geteilt, der erste Teil ist die rückgebaute Weiche, das zweite und gleichzeitige Mittelteil beherbergt den größten Teil des Gleisbogen des abzweigenden Strang zum Schwellenplatz und schließlich ein dritter Teil  bildet den Abschluß mit einem kurzen geraden Gleisstück zur Modulkante.
Im Bild ist nun das Mittelteil im derzeitigen Bauzustand zu sehen.
Der Gleisbogen besteht aus zwei "neu verlegte" Gleisjoche a' 15 Meter des Vorbild. Diese wurden sogar mit Doppelschwelle und Rippenplatten der Bauart Rp 18 im Abschluß verlegt, jenen Zustand des Vorbild ich auf dem Modul auch darstelle. Auch der Schwellenabstand ist korrekt nach dem Vorbild wiedergegeben, wo man das Gleis in 2. Ordnung für Nebenbahnen mit einem Schwellenabstand von 670 mm verlegt hatte. Die Holzschwellen selbst stelle ich aus Lindenholz gemäß den jeweiligen vorgegebenen Abmessungen wiederum selbst her, wobei jede einzelne Schwelle in Form und Zustand  individuell bearbeitet wird. Bevor dann die Schwellen einzeln und ohne Dämmung direkt auf das Trassenbrett mit einer Mischung aus UHU Alleskleber mit Lösungsmittel und Azeton aufgeklebt werden, bekommen sie noch eine erste Grundbeizung.
Aber es sind noch einige andere interessante Details am Gleis in Arbeit, welche ich im folgenden zeigen möchte:

Montag, 8. April 2013

Der Bau des Minimodul "geschlossener Abzweig Schwellenplatz" nach H0pur Standard - Folge I







Das Projekt des Bau eines Minimodul ist mir in den letzten Monaten gedanklich im Kopf gereift und soll nun ohne Eile langsam in die Tat umgesetzt und von den einzelnen Schritten bei der Erstellung hier an Ort und Stelle der interessierten Leserschaft berichtet werden.

Das Motiv des Modul ist ein alter Schwellenplatz an der Zschornewitzer Kleinbahn, dem in seiner Nachbarschaft liegenden durchgängigen und befahrenen Hauptgleis mit Vmax von 30 km/h und dem geschlossenen mit der Rückgebauten Weiche versehenen Anschlussgleis, welcher in den 1930er Jahren hinsichtlich der beginnenden Erschließung des Tagebau Golpa - später weiter Golpa Nord - angelegt worden ist.
Im Zuge der Übernahme der Kleinbahn und deren Verkehrswege "in Rechtsnachfolge" durch das Braunkohlenwerk (BKW) Freiheit Bitterfeld nach der Enteignung der Zschornewitzer Kleinbahn im Jahr 1949 wurde dieser Schwellenplatz durch das sehr schnelle Wachstum der Braunkohlentagebaue in dieser Gegend und deren stetig steigender Bedarf an Betriebsmittel von Gleismaterial etc. in seiner Kapazität zusehend beengt, so dass die Betriebsleitung des BKW Bitterfeld Ende der 1960er Jahre beschloss, diesen Schwellenplatz als solchen aufzugeben, zu schließen und einen neuen sehr viel größeren und zentral gelegenen Schwellenplatz an anderer Stelle neu anzulegen.
Geblieben ist dem alten Schwellenplatz in kleiner Kapazität die teilweise Aufarbeitung von altbrauchbaren Schwellen, Herzstücken von Weichen und Kleineisen mit wenigen beschäftigten Arbeitern, welche nun mit Lastkraftwagen dem Platz gebracht und abgefahren werden.
Aus den genannten Gründen hielt man es auch von Seiten der Betriebsleitung für die Zukunft nicht mehr nötig, die verschlissene Weiche im Hauptgleis zum Schwellenplatz mit Baujahr 1934 gegen eine neue dieser Art auszutauschen.
Ein weiterer Grund sich gegen einen Austausch der Weiche zu entscheiden, war die stetig wachsende "Neuererbewegung" in der damaligen DDR, welche bei der Einsparung von Betriebsmitteln Prämien in die privaten Geldbeutel der jeweiligen "Neuerer" spülte, so war es dann Schlußendlich auch nach der Schließung des Gleisanschluss zum alten Schwellenplatz geschehen.

Nun zur ersten allgemeinen Vorstellung des Minimodul und dessen für später zur Verwendung vorgesehene Aufgabe.



Das nun im entstehen befindliche Minimodul mit dem hier sichtbaren Trassenbrett einer Breite von 200 mm wird in offener Rahmenbauweise erstellt und in den Abmaßen 1200 mm x 250 mm betragen. Dabei verwende ich wiederholt 18 mm Birken - Multiplex als "Grundlage" zur Erstellung des Gleis - / Weichenmaterial.
Die weiteren Ausführungen an diesem Projekt sollen wie folgend im Detail sein: