Bahnhof Golpa der ZKB





Letztes Update dieser Seite erfolgte am 19. April 2016 (1 neue Abbildung inklusive Beschreibung)



Sehr interessant ist das Dorf Golpa zwischen Möhlau und Zschornewitz gelegen mit seinem Bahnhof, welche beide um 1945 gänzlich der Kohle weichen mußten und vom Erdboden verschwunden sind.
Seit 1894 mittels einer Gleisverbindung an das Grubenbahnnetz der Braunkohlenwerke Golpa - Jessnitz AG und als späterer Übergang zur Zschornewitzer Kleinbahn GmbH angeschlossen, bedurfte es dennoch 24 Jahre, ehe ein öffentlicher Personenverkehr mit der Eisenbahn mit der Eröffnung des Personenverkehr am 18. Oktober im Jahr 1918, nachdem schon am 1. Oktober 1917 ein "nichtöffentlicher" Personenverkehr eingerichtet worden ist, möglich wurde.
Das kleine und massive Golpaer Empfangsgebäude nahm sich äußerst bescheiden aus, denn es war zu seiner Zeit lediglich ein Anbau eines dahinterstehenden weitaus größeren Bauwerk, in dem sich unter anderem die Kantine und Sozialräume der Grube Golpa befanden.



Der Bahnhof Golpa in einer Gesamtansicht auf einer Postkarte aus dem Jahre um 1930.
Im Vordergrund im Bogen die Strecke der Zschornewitzer Kleinbahn GmbH von Oranienbaum / Möhlau kommend.
Ganz im Hintergrund die Schornsteine des zu derzeit größten mit Dampf betriebenen Kohlekraftwerk der Welt Zschornewitz.
Der große Schornstein im Mittelpunkt gehört zur Brikettfabrik Golpa.

Die Gleisanlagen des Bahnhof Golpa waren für eine Kleinbahn sehr umfangreich.
Zum Bestand gehörte ein kleiner 1 - ständiger Lokschuppen neben kleiner Behandlungsanlage und eine Lokdrehscheibe geringem Durchmesser. Die genauen Maße und Daten dieser Drehscheibe sind mir zur Zeit noch nicht zweifelsfrei bekannt, es handelte sich aber um eine Scheibe, mit dieser man eine 3 - achsige Lokomotive drehen und wenden konnte.
Neben einigen Güterböden gab es noch einige Anreiner / Firmen mehr, welche von der Bahn versorgt und / oder ihre Produkte durch diese abtransportiert wurden.
Einen recht genauen Lageplan des Bahnhof mit seinen Gleisen usw. ist in der Skizze weiter unten ersichtlich.



Auf dieser im Jahre 1917 gelaufenen Postkarte sind alle den Bahnhof Golpa zu dieser Zeit bestimmenden Hochbauten zu erkennen.
Die Karte selbst soll schon im Jahre 1909 / 1910 gedruckt worden sein, so jedenfalls ist es in einem Landesarchiv Sachsen - Anhalt vermerkt.
Rechts die Bauwerke der 1944 abgebrochenen Brikettfabrik Golpa mit der im Bild von rechts nach links verlaufenden Kettenbahn zur Versorgung der Brikettfabrik mit Förderkohle, der einständige Lokschuppen und weiter links der neugebaute Wasserturm nebst dem davorstehenden Sozialgebäude der Grube Golpa an diesem auch das kleine Empfangsgebäude des Bahnhof angebaut worden ist.
Die "lange Leine" an normalspurigen Schüttgutwagen (Talbot - Wagen?) mit Förderkohle ist für den Abtransport bestimmt, was in Richtung Oranienbaum / Dessau auf diesem Gleis über Groß - Möhlau und in die andere Richtung nach Burgkemnitz durchaus möglich ist, dürfte aus Wagen der K.P.E.V. bestehen, eigene solcher Wagen in der zu sehenden Vielzahl besaß die Grube Golpa zu dieser Zeit nicht! Leider ist auch beim näheren intensiven betrachten dieser Wagen auf der Karte kein Eigentumsmerkmal zu erkennen.



Eine Hanomag Dampfspeicher Lokomotive vor dem Lokschuppen der Brikettfabrik Golpa am 5. Oktober 1920.
Genauere Daten dieser Dampfspeicherlok sind mir bis dato nicht bekannt.



Der Bahnhof Golpa mit dem Dorf im Hintergrund auf einer alten Postkarte von 1922.
Die im Bild zu sehenden Industriegebäude nebst Schornstein gehörten zu der Brikettfabrik mit angeschlossener Ziegelei.
Der im Jahr 1905 gebaute prägnante Wasserturm versorgte die Eisenbahn, Brikettfabrik und Ziegelei und im laufe der Jahre durch vermehrten Anschluss und Verrohrung auch die Ortschaft mit Wasser.
Dies war auch sehr notwendig, da durch den steten Kohleabbau rund um Golpa der Grundwasserspiegel stark sank und dementsprechend viele der Hauswasserversorgungen in der Ortschaft ihren Dienst aufgaben.



Eine Skizze aus den frühen 1930er Jahren zeigt die Betriebsstellen und Fabriken des Bahnhof Golpa auf.



Diese Aufnahme aus dem Jahr 1943 zeigt den Abbau des Bahnhof Golpa nebst der Gleisanlage zum Zwecke der Weichung vor dem heranrückenden Tagebau, der im Bild links auszumachen ist.
Im Vordergrund sind schon die Gleise der 900 mm Grubenbahn zu erkennen.



Der weit über Golpa reichende und im Jahre 1905 errichtete Wasserturm.
Die Architektur des Turm ist in dieser Gegend nicht unüblich, so steht noch heute in der Gemeine Holzweißig bei Bitterfeld ein eben solcher Wasserspeicher, welcher aber nicht mehr seinen Ursprüngen genutzt wird.



Die Einfahrt in den Bahnhof Golpa aus Richtung Burgkemnitz / Zschornewitz kommend am 27. Juli 1941.
Das Gleis neben der Strecke ist gehört einer Feldbahn unbekannter Spurweite, welches bei Bedarf über dem Streckengleis verlegt und geschlossen wurde.



Die Ausfahrt aus dem Bahnhof Golpa in Richtung Burgkemnitz / Zschornewitz gesehen.
Das im Bild kleinere überdachte Gebäude war der Bahnhofs - Anbau an ein schon bestehendes größeres Gebäude, in welchem die Werkskantine, Sozialräume / Kaue etc. des Tagebau / Grube Golpa untergebracht waren.



Der Bahnhof Golpa.
Der Bahnsteig rechts im Bild wurde an einem schon vorhanden gewesenen und der Eisenbahn artfremden Gebäude von der Zschornewitzer Kleinbahn angelegt.
Nach der weiteren Durchfahrt des Bahnhof führte die Kleinbahnstrecke weiter in Richtung Möhlau / Oranienbaum mit Anbindung an die Dessau - Wörlitzer Eisenbahn (DWE).



Der Bahnhof Golpa im Jahre 1920.
Es ist auch auf diesem Bild erkennbar, dass dieser Bahnhof an einer Kleinbahn gelegen äußerst umfangreich gewesen ist.


Sammlung R. Bär
Der Blick aus dem Lokomotivschuppen der Grubenbahn / Brikettfabrik Golpa nebst Werkstatt und Holzplatz im Dezember 1915


Sammlung R. Bär

Das Verwaltungsgebäude der Grubenbahn Golpa im Bahnhof Golpa während des Umbau am 23. September 1916.
Im Vordergrund ist "die Senke" Golpa auszumachen welche später mit Abraum wieder verschlossen wurde.

Die Verkippung von Abraum der Grube 2 vor dem Bahnhof Golpa am 5. Oktober 1920.
Im Hintergrund ist noch schemenhaft der Wasserturm Golpa zu erkennen.



Das Verwaltungsgebäude der Grube Golpa in Golpa im Jahr 1933 mit anrüchiger Ausschmückung.


Update dieser Seite erfolgte am: 

8. Januar 2013 (2 neue Abbildungen inklusive Beschreibung)
3. Juni 2013 (3 neue Abbildungen inklusive Beschreibung)
19. April 2016 (1 neue Abbildung inklusive Beschreibung)



Wird fortgesetzt!

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