Donnerstag, 29. März 2012

Meine BR 106 / V 60 D DR von Gützold - optische Aufwertung und Verfeinerungen der Rangiererbühnen

Das Modell der BR 106 von Gützold hat schon ein sehr langes Leben hinter sich. Konstruiert ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts vom VEB Eisenbahn - Modellbau Zwickau (EMB), ein Betriebsteil des VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg, welcher vor der "Verstattlichungswelle" anfang der 70er Jahre in der ehemaligen DDR dem heutigen Besitzer Bernd Gützold gehörte und  in seinem ehemaligen und enteignetem Eigentum weiterhin als Betriebsleiter nach der "Übernahme" für kurze Zeit fungieren durfte, wurde Anfang der 80er Jahre dann unter dem Produktnamen Piko auf den Markt zu einem Verkaufspreis von knapp 70 Mark der DDR gebracht.
Seit dieser Markteinführung vor 30 Jahren wird diese Modell, mit wenigen Ausnahmen an Verbesserungen, nun wieder von Gützold produziert.
Vergleicht man die Gehäuse aus heutiger Produktion und alle weiteren Anbauten mit den gleichen aus der ersten Produktionszeit vor 30 Jahren, bemerkt man sehr schnell, dass sich in nur 2 Punkten etwas geändert oder verbessert hat. Dies betrifft zum einen die Lüfterjalousie und zum anderen ein langes Sonnendach. Trotzdem sind es ein und die selben Formen, mit welchen die Teile auch heute noch hergestellt werden.
Einzig der Antrieb inklusive der Radsatzgruppe und der Stangen wurde teils kräftig um das Jahr 2000 überarbeitet. Trotz dieser Verbesserungen ist und bleibt dieses Modell 30 Jahre alt.

Das diese BR 106  kein "reinrassiges H0 Pur Modell", auch nicht mit dem allerbesten Willen werden kann, wird nun wohl einleuchtend sein, ob der Maßhaltigkeit und den Fahreigenschaften, welche nicht mit dem Gedanken des Purismus zu vereinbaren sind. Dies zu erreichen würde einem fast kompletten Selbstbau gleichkommen, zu welchem ich mich heute leider (noch?) nicht fähig fühle.

Das Vorbild der Baureihe 106 liegt mir persöhnlich sehr am Herzen, ist sie doch jene Lokomotivbaureihe, auf der ich meine ersten planmäßigen Dienste als ausgebildeter Lokführer in den 1980er Jahren absolvieren durfte.
Auch wenn ich heute in einem völlig artfremden Beruf tätig bin, so besteht immer noch eine ziemlich enge Bindung an mein "erstes Spielzeug" bei der Deutschen Reichsbahn!


Diese abgebildete Maschine war in ihrem Leben immer eine reine Werkbahnlokomotive, welche zu keiner Zeit in das Nummerschema der Deutschen Reichsbahn eingereiht gewesen ist. Heute gehört sie den  Eisenbahnfreunden Traditionsbetrieb Stassfurt e.V. und steht im betriebsbereiten und völligem Originalzustand im Lokschuppen des ehemaligen Bw Stassfurt.



Ich werde nun in loser Folge versuchen, meine Gützold BR 106 dem Vorbild anzugleichen.
Über die Radsatzgruppe nach H0 Pur Norm habe ich schon in einem älteren Post geschrieben. Mittlerweile ist auch ein Faulhaber 1331 Motor in die Lok eingebaut worden und mit einem DCC ZIMO MX 632 digitalisiert. Dadurch sind die Fahreigenschaften sehr angenehm geworden, noch besser wäre es natürlich, dem Fahrwerk eine Dreipunkt Lagerung mittels Pendelachse verpassen zu können.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es in Kleinserie spezielle Teile zum aufwerten und supern für die BR 106 zu kaufen gibt. Meine Antwort lautet nach sehr langem suchen: JEIN!
Im Fremo gibt es ein Mitglied, welches die folgenden Teile in Kleinstserie! für die BR 106 herstellt.



Die Original - Rangiererbühne, wie sie von Gützold an der 106 montiert ist. Die Beschaffenheit des Materials ist so grauenvoll, dass es unmöglich ist diese korrekt in Form zu bringen! Die Griffe sind angespritzt und wären im Original von der Hand eines Rangierer nicht zu umfassen.


Diese in einer Kleinstserie hergestellten Bühnen sind schon viel maßstäblicher, der Vorbau "taucht" in die erkennbare Rille ein so dass die Bühne plan auf dem Rahmen zu liegen kommt. Diese Teile müssen von mir noch leicht bearbeitet und gesäubert werden.




 Der Unterschied der Bühne zum Serienteil ist schon in diesem "rohen" Zustand, zumal sie ganz Plan auf dem Rahmen und der Schürze aufliegt, zu erkennen!


 Das gleiche Motiv  mit den zugefügten markanten Rangiergriffen an der Bühne.
 

Die Bühne an meiner Umbau - V 60. Die Haltegriffe bestehen aus 0,4 mm halbhartem Messingdraht und sind provisorisch in die Bühne eingesteckt. Die Ultimative Endversion wird aus 0,4 mm Federstahldraht bestehen, welcher bei einer Berührung  oder des gleichen sich nicht verbiegt. Das Gehäuse der Lok ist schon zum größten Teil beschliffen und teils gespachtelt, die komplette angegossene "Handreling" an den Vorbauten ist entfernt worden, an den Türen wurden die Schaniere dezimiert usw. und auch die Lüftungsgitter in den Frontseiten sind schon ausgefeilt und müssen noch sorgfältig beschliffen werden.
Für die Griffe rundum der Vorbauten habe ich wiederrum aus einer Kleinstserie des gleichen Fremo - Mitglied ein Ätzblech erworben, welches sämtliche der Griffe beinhaltet. Die Aufnahmelöcher werden in das Gehäuse vorgebohrt, die Griffe selbst dann aber erst nach dem lackieren jenes angebaut.


 Die Ätzplatine beinhaltet die Griffe der Vorbauten und des Einstiegs. Zur Lieferung der Platine ist eine Bohrschablone beigefügt.
In einem der nächsten Post werde ich von der weiteren Bearbeitung und Kompletttierung des Gehäuses mit verschiedenen Anbauteilen von Weinert und anderen Anbietern nebst meinen Überlegungen zum selbstanfertigen der Pufferschürzen mit den typischen Verschleißpufferbohlen der BR 106 berichten.

Kommentare:

  1. Bin erst heute auf deinen Beitrag über deine BR 106 gestoßen und bin begeistert, denn auch ich möchte meine alte Piko/Gützold auf Vordermann bringen. Meine Frage, gibt es noch die Quelle der Ätzteile? Bin selbst auch Fremo-Mitglied.

    LG
    Sascha aus Berlin

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  2. Hallo Sascha,

    prima das Du den Weg hierher auf diesen Blog gefunden hast.
    Die "Quelle" für die geätzten Umlaufgriffe und die Rangierbühnen dürfte es meines Wissens noch geben.
    Ich werde gleich mal per Mail bei dem Kollegen der diese Sachen herstellt und abgibt anfragen, ob diese Teile noch erhältlich sind und werde dann Dir sofort bei Erhalt der Antwort eine Nachricht zusenden.

    Liebe Grüße Ingo

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