Samstag, 17. März 2012

H0 Pur Gleise und Weichen nach Oberbau K im H0 Pur Standard gefertigt bei meiner Privatbahn







Verwendung finden werden Bauteile des Oberbau K aus dem Bahnsinn Shop von Willy Kosak , bekannt nicht nur durch seine Zeitschrift HP 1 Eisenbahnmodellbau heute sondern auch als einer der Vorreiter des H0 Pur Standard und Inhaber des Markenrecht an H0 Pur.
Das in diesem Shop angebotene Sortiment an Bauteilen für Gleise und Weichen nach Oberbau k der Deutschen Reichsbahn deckt fast alle zum erstellen und bauen benötigten Teile ab, wobei diese sehr präzise in Messingfeinguß und Ätzblechen aus Neusilber dem Vorbild maßstäblich nach gebildet sind.
Auch in Udo Böhnlein's Online Shop Eisenbahnmodell statt Modelleisenbahn wird man zu einzelnen  Bauteilen fündig.

Es gibt zur Zeit zwei Möglichkeiten ein maßstäbliches Gleis mit diesen Bauteilen zu erstellen, zum einen mittels aus Holz gelaserten maßstäblichen Schwellen - und Weichenrosten in diese die Bauteile in schon vorhandene Bohrungen eingesteckt und geklebt werden und zum anderen die "klassische Methode" mittels aus mit Kupfer beschichtetem Pertinax, aus jenem Material die maßstäblichen Schwellen entstehen und den darauf aufgelöteten Bauteilen.
Ich persönlich bevorzuge die letztere Variante, die des Lötens auf vorbereitete maßstäbliche Schwellen aus Pertinax.

Vor etwa 20 Jahren hatte ich mir schon einmal eine solche einfache Weiche mit "Schienenstühlchen" nach Oberbau K von Weinert, damals noch nach RP 25 Norm, gebaut und hatte dabei sehr gute Erfahrungen gezogen, also soll und muß es bei diesem Projekt auch so sein!
Als Schienenprofil werde ich ein CODE 70 mit 1,8 mm Höhe verwenden, welches leider nicht ganz dem Maßstab 1:87 entspricht - der Markt besitzt bis dato noch kein maßstäbliches Profil nach S 49.
Dies ist nun ein Kompromiß beim Bau dieser Gleise und Weichen der zur Zeit leider nicht zu ändern ist.

Seit etwa einem Jahr bin ich nun fleißig am bauen von Gleisen und Weichen, wobei man sich denken kann, dass dies nur sehr, sehr langsam vorangeht.
Entstanden sind in dieser Zeit ein paar Gleisjoche mit Vorbildmaß von 30 Meter, eine einfache Weiche EW 49 - 190 - 1:9 Fsch (H), die bis auf einige wenige Details fertig gestellt ist und eine Zweiseitige Doppelweiche 49 - 190 - 1:9r - 1:9l Gz (H) in ca 40 % iger Fertigstellung.
An ein paar Bildern kann man im folgenden den momentanen Bauzustand der Weichen erkennen:


Eine komplette Ansicht der einfachen Weiche EW 49 - 190 - 1:9 Fsch (H).
Bei einer Länge von 314 mm von der Doppelschwelle vor den Federzungen bis zur Doppelschwelle hinter dem Herzstück gemessen, ist diese Weiche eine imposante Erscheinung.
Das 18 mm Multiplex Montagebrett, auf welchem die Weiche montiert worden ist wird bei Fertigstellung dieser vor dem Einbau der Weiche von diesem in das Segment getrennt, die Pertinax - Schwellen wurden mit dem einfachen Lösungsmittelhaltigem UHU Alleskleber aufgeklebt und können daher ganz einfach und ohne Rückstände zu hinterlassen mit Aceton wieder gelöst werden.



Der Bereich der Federzungen an der Weiche.
Die zu sehende Stellschwelle der Zungen ist "nur" ein Provisorium, an dieser Stelle wird bei Vollendung und Montage der Weiche auf dem Segment ein Klammerspitzenverschluß arbeiten.



Die Weiche im Zungenbereich von der anderen Seite aus gesehen.


 
Das Herzstück der Weiche,
Das Spurrillen Innenmaß im Herzstück und den beiden Radlenkern beträgt 0,5 mm, die Futterstücke von beiden sind als Neusilber Ätzbleche erhältlich, somit ist bei einem sorgfältigen und korrekten Zusammenbau das Rillenmaß relativ leicht erreichbar.
Die Schraubenbolzen / Weichenschrauben in der Schlüsselweite von 0,5 mm, welche hier sehr schön an den Radlenkern sichtbar sind, werden mittels Bohrungen eines 0,4 mm Bohrer durch Radlenker, Futterstücke und Schienenprofil eingesteckt und festgelötet. Eine wahre Geduldsprobe und sehr Umsatzsteigernd für die Bohrerhersteller!
Da diese Weiche mein "Erstlingswerk" in H0 Pur ist, habe ich natürlich auch ein paar Fehler "mit eingebaut", welche ich bei der nächsten Weiche auf jeden Fall berücksichtigen werde / muß!
Ist aber einmal solch eine Weiche unter den eigenen Händen fertiggestellt, freut man sich wie ein kleines Kind über diesen Erfolg.



Die Schienenlaschen sind schon zum größten Teil angelötet, die noch fehlenden werde ich zum Abschluß ergänzen. Auch muß die Weiche noch gesäubert und gestrahlt werden, damit zum Schluß die Pertinax Schwellen mit 0,3 mm starken Profilen aus Lindenholz kaschiert werden können.



Diese Zweiseitige Doppelweiche wurde wiederum auf  18 mm starkes Multiplex aufgebaut. Der Vorteil der Verwendung solch starkem Material ist eine kaum veränderliche Struktur, es bleibt beim Bau schön gerade und verzieht sich nicht. Leider hat es ein ziemlich großes Eigengewicht, daran kann man sich aber gewöhnen.
Den exakt maßstäblichen Schwellenlageplan bezog ich von Roman Rachvoll, Bielefeld, der ein ausgewiesener Kenner von Weichen etc. nicht nur aus der Reichsbahnzeit ist. Er hat eine Unmenge an Plänen und Detailzeichnungen nicht nur für den Weichenselbstbauer in gedruckten Abzügen von den Originalplänen in seinem Archiv. Im Eisenbahn Magazin Heft 1 / 1996 ist ein sehr guter Artikel den Weichenbau behandelnd von Roman Rachvoll mit vielen Zeichnungen und Vorbildaufnahmen erschienen, wobei ich durch diesen Artikel damals auch auf ihn aufmerksam geworden bin.
Das auf dem Bild zu sehende Montagebrett hat eine Länge von 600 mm, dementsprechend sind es schon sehr imposante Ausmaße dieser exakt maßstäblichen Weiche.
An Hand dieser noch lange nicht fertig aufgebauten Weiche werde ich in der nächsten Zeit immer mal wieder die Baufortschritte im Detail aufzeigen.






Diese Herzstück und die Radlenker sind weitgehend fertig gestellt. Es entspricht den Maßen der einfachen Weiche, welche ich oben dargestellt habe. Lediglich die Länge der Radlenker beläuft sich hier auf 3,2 m Vorbildmaß, während es bei der EW 4,6 m Vorbildmaß sind.



Das doppelte Herzstück hat mir bei der Herstellung einiges an Kopfzerbrechen bereitet!
Für das vordere der beiden Futterstücke ist aus Mangel eines nicht käuflichen zu erwerbendes Ätzbleches zum Bau jenes reiner Selbstbau angesagt. Also habe ich mir nach mehreren Berechnungen des abzweigenden Winkels dementsprechend zwei exakt bearbeitete "Ur - Futterstücke" als Schablone aus 0,3 mm Messingblech angefertigt, welche ich dann benutzte, um aus jeweils 4 Stück  je 0,15 mm starken in Sandwich - Bauweise zusammen gelöteten Neusilberblechen das benötigte Teil zu bearbeiten. Dies Sandwich - Bauweise habe ich zur Erreichung der maßstäblichen Stärke von 0,6 mm angewandt.
Natürlich mußten auch die Herzstückspitzen selbst angefertigt werden. Auch diese habe ich aus Schienenprofil selbst hergestellt, mit der Hand befeilt und bearbeitet, bis sie exakt nach den Vorgaben zueinander paßten.
Der nächste Bauabschnitt an dieser Weiche wird das anfertigen der Gelenkzungen sein. Dafür habe ich mir von Roman Rachvoll einen Abzug der Original Detailzeichnungen der Gelenkzungen besorgt. Auch die komplette Lagerung der Gelenke ist als Original Zeichnung mit dabei, welche ich in den Maßstab 1:87 umsetzen möchte.



Eine Vorbildaufnahme einer Doppelweiche auf Stahlschwellen mit Federzungen und dem doppelten Herzstück.
Diese Weiche liegt noch heute im Bahnhof Zörbig an der ehemaligen "Saftbahn" Bitterfeld - Stumsdorf in der westlichen Bahnhofausfahrt Richtung Stumsdorf.
Sie wurde wohl über die Jahre immer wieder zu ihrer Betriebssicherheit "gefrokelt", die Schienenstöße sind teilweise gelascht und verschweißt, auch sind unterschiedlich abgefahrene Profile S 49 zu erkennen was davon zeugt, dass immer mal wieder - vielleicht wegen Schienenbrüchen - Profile ausgetauscht, welche dann auch gleich beim Einbau verschweißt wurden.
Dies sagt uns, dass bei der Deutschen Reichsbahn auch in Punkto Weichenbau alles möglich gewesen ist!

Kommentare:

  1. Gelenkzunge mit Reichsbahngelenk, alle Achtung. Wie soll die Gelenkzungenplatte nachgebildet werden? Die seitliche Führung können ja die Sicherungslaschen übernehmen, aber der aussermittige Drehpunkt mit dem verschraubten Zungengelenk in 1:87, ich lass mich überraschen.
    Wenn das klappt ist ja auch eine Federzungenplatte zur Führung der damaligen Federzunge möglich.....

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  2. Hallo Roman,

    ich richte mich nach der Zungengelenkanordnung Blatt 6a und Bearbeitung der Zungenwurzel Blatt 7b vom Reichsbahn Zentralamt.
    An Hand dieser Zeichnungen, Du kennst diese ja aller bestens, versuche ich diese Gelenkstücke herzustellen. Ich habe dabei schon ein paar Anläufe, welche leider nicht den gewünschten Erfolg hatten, bewältigt.
    Die Hauptschwierigkeit an der ganzen Sache ist für mich noch die Darstellung zB. der Doppelkeilklemmplatte Dlp 1, im Maßstab 1:87 gar nicht leicht anzufertigen.
    Vielleicht schaffe ich es doch die Nachbildung der Gelenkzunge mit Reichsbahngelenk glaubhaft darzustellen, ich bleibe auf jeden Fall dran - und die Federzungenplatte ist noch mehr als weit entfernt von mir.

    Liebe Grüße aus Köthen

    Ingo

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