Dienstag, 15. April 2014

Weinert Modellbau "mein Gleis" Weichen und Gleise - und das weitere verfeinern der einfachen Weiche EW 49 - 190 - 1:9r Fsch (WH) DR







Wie ich schon im Vorab hier in diesem Beitrag im Blog erwähnte, sollen die Doppelschwellen der Weinert Weiche exakt gemäß dem Vorbild einer nicht geschweißten Weiche mit "richtigen Schienenstößen" nebst Verlaschung ausgestattet werden.
Das stellt nicht das große Problem dar, wenn man bei der Beschaffung solch einer Weiche entweder einen Bausatz oder eine Flex - Weiche ordert. Nur an diesen beiden Bauformen können die Schienen komplett vom Weichenrost getrennt werden was zu dieser von mir vorgesehenen Maßnahme zwingend notwendig ist!

Nun ist die erste Weiche so gut wie fertig gestellt, es fehlen nur noch die kompletten Verlaschungen an den Stößen, den Flügelschienen des Herzstück und die beiden Verstärkungslaschen an den Zungen, was aber wiederum ein anderes Thema darstellt und von diesem ich heute etwas später ein wenig berichten werde.
Aber auch das Thema der zur Verwendung kommenden Weichenantriebe ist noch nicht endgültig geklärt, ich übe mich aber in Geduld da diese kleine im entstehen begriffene Modul Anlage für meinen Kollegen die erste "richtige" Eisenbahn nach über 30 Jahren darstellt. So denke ich, dass es doch ganz normal ist, wenn nicht sofort eine Entscheidung gefällt werden kann. Es bedarf halt noch ein wenig Aufklärung, um das für und wieder der verschiedenen Antriebe / Bauarten und deren Steuerung - Digital, Analog oder mechanisch - ihm gefühlvoll zu erklären.



Die EW 190 - 1 : 9 ist nun mit ihrer Länge von 375 mm auf das erste Westentaschen - Modul in ihre geplanten Endlage montiert.
Montiert heißt, dass ein in meinem Fall aus 6,5 mm starkem Multiplex Birke bearbeitetes Grundbrett, auf dieses die Weiche / der Weichenrost nach umfangreicheren Umbau- und Verfeinerungsmaßnahmen unter Verwendung meiner Klebstoffmischung UHU Alleskleber mit Lösungsmittel angerührt mit einem Zusatz von Azeton völlig Plan geklebt worden ist. Da der Weichenrost aus einem Polystyrol - ähnlichem Kunststoff besteht, wird dieser durch das Azeton etwas angelöst und geht so sehr sicher eine Verbindung mit dem Grundbrett ein.
Das Grundbrett selbst ist dann in der gewünschten Lage auf dem Modul - Deckplatte 12 mm stark - mit Holzschrauben der Abmessung von 2 x 16 mm sorgfältig aufgeschraubt worden.
Dies halt perfekt und läßt sich bei Bedarf dennoch recht einfach vom Modul lösen.

Die einzelnen Positionen der Bearbeitung bzw. Verfeinerung der Weiche im speziellen sollen nun einige Erläuterungen an Hand von diversen Bildern der Baustelle folgen:



Die beiden Stöße der Doppelschwelle vor den Zungen wurden durch Korrektes ab längen der Schienenprofile erreicht, parallel dazu bekamen auch teilweise die Schwellen selbst eine vorsichtige Bearbeitung soweit bekamen, indem die Kanten mittels einer feinen Feile gebrochen worden sind.

Hier hatte ich nun zum Probebetrieb und Prüfung der Polarität des Herzstück bei jeweiliger Zungenstellung einen zuverläßlichen mechanischen Antrieb von H0fine unter der Weiche installiert, was hier im Bild in der Belegung eines Stahldraht in der Muffe des Klammerspitzenverschluß beweist.



Auch auf der folgenden Doppelschwelle die gleichen Arbeiten, anfertigen der Stöße und leichtes zum Teil aber auch etwas gröberes bearbeiten der einzelnen Schwellen.
An der im Bild rechts zu erkennende Doppelrippenplatte habe ich dabei schon beidseitig die Klammern des Schienenprofil für den späteren Einbau der Laschen verkürzt.
Im nachhinein ist aber festzustellen, dass diese leichte Rücknahme der Klammern auch im mit der Schiene bestückten Zustand mit etwas Sorgfalt sehr gut ausführbar ist.



Das gleiche Bild ist auf der Doppelschwelle vor dem Herzstück anzutreffen.



Hier ist nun auch die etwas aufwendig aufgebaute Stromversorgung der Weiche, respektive der einzelnen Schienen zu erkennen.
Aus dem Grund der Trennungen der Schienen auf den Doppelschwellen - die nun auch elektrisch getrennt sind - und resultierend aus den "geschraubten und gelaschten Stößen" benötigen nun die einzelnen Schienen auch je eine separate Stromversorgung.
Leider sind die Schienenlaschen nicht an die Schienen / Schienenstege anlötbar, der Grund hierfür sind die jeweiligen unmittelbaren Kleineisen aus Kunststoff. Diese würden bei einer auch nur geringen Wärmezufuhr an die Schiene sofort dahin schmelzen! So müssen später die einzelnen Schienenlaschen an die Schienen geklebt werden, was eine elektrische Isolierung bedeutet. Somit können die Laschen auch nicht zu Stromüberbrückung an diesen Stellen heran gezogen werden.
Was bleibt ist eben die nötige Stromversorgung jeder einzelnen Schiene!
Dies ist aber auch nicht das große Problem und läßt sich ganz gut handhaben, indem jeweils unter dem Schienenfuß ein flexibler Draht gelötet wird und mittels kleiner Bohrung nach unten abgeführt werden kann.
Im obigen Bild ist diese Situation der Verdrahtung sehr gut zu erkennen.



An der Doppelschwelle hinter dem Herzstück wiederum das gleiche Bild, "geschnittene" Schienenstöße und verkabelte Schienen.
Die beiden in der Mitte liegenden Schienen, welche im eigentlichen Sinne die Herzstückspitzen darstellen, habe ich mit je einem Draht versehen, diese besitzen später die Aufgabe der Stromzuführung bei Polaritätswechsel am Herzstück, zwangsläufig durch die jeweilige Stellung der Weiche respektive der Zungen hervorgerufen.
Wie es im Bild erkennbar ist, wurden auch hier die Schwellen bearbeitet.



Von der letzten Doppelschwelle der Weiche aus gesehen hier nun die beiden weiter führenden Gleise, die nach genau 172,4 mm = 15 Meter Gleisjoch beim Vorbild ihre Doppelschwellen bekamen, wobei natürlich auch hier die Schienenstöße nachgebildet werden.
Gut zu erkennen sollten hier auch die unterschiedlichen Schwellenmittenabstände sein, links im geraden Strang Kategorie 1 mit original 650 mm Mittenabstand, rechts im Abzweig Kategorie 2 mit 670 mm Mittenabstand der Schwellen zueinander.



Ebenso wurden auch hier die Schienen einer separaten Stromversorgung unterzogen, anders als im Bereich der Weiche sind es hier ähnlich einer Wanderschutzklemme nachgebildete Laschen, unter diese die Kabel angelötet sind.
Nach diesem Prinzip der Stromversorgung wird im kompletten Gleisbereich weiterhin vorgegangen werden, allein die Weichen, welche auch beim Vorbild keine Klammern besitzen, werden direkt am Schienenfuß mit Strom versorgt.

Zum anfertigen dieser Klemmen am Beispiel einer Wanderschutzklemme hatte ich hier im Blog vor einiger Zeit zum Thema einen Beitrag gewidmet!



Bei dieser "verzahnten" Schwellenanordnung hinter dem Herzstück am Abgang des Abzweiggleises konnte ich es mir nicht verkneifen, eine Vorbildsituation wie sie im folgenden Bild herrscht zu übernehmen.



Nun nochmals zu den Schienenlaschen und der Verlaschung an der Weiche selbst.
Bekanntlich bietet Rolf Weinert für sein Gleis Laschen für die jeweilige zur Verwendung kommenden Radsatznormen in unterschiedlichem Material und Detaillierung an.
Für die Außenseiten der Schienen werden solche mit Bolzenkopf - Nachbildung aus Messingguß verwendet werden, anders als ich es mit den Laschen von RST Eisenbahnmodellbau geplant hatte, nur über die Verwendung geeigneter Laschen für die Innenseite  - ob gegossene Messingteile mit Mutterbolzen - Nachbildung für RP 25 / 110 und 88 oder die geätzten Laschen leider ohne Detaillierung für NEM Radsätze ist bis dato noch kein endgültiger Plan festgelegt worden.
Sollte nun mein lieber Kollege sich "endlich einmal bequemen" und Final für sich entscheiden, ob er in Zukunft doch noch mit NEM Radsätzen über die Gleise holpern möchte, oder den Schritt zumindest auf Umstellung seiner wenigen noch nicht auf zumindest RP 25 / 110 umgerüsteten Fahrzeuge begeht, könnten dann natürlich auch die detaillierten inneren Laschen Verwendung finden.
Ich hoffe nun, dass er sich in den nächsten Tagen entscheiden wird, damit ich an seiner ersten Weiche weiter arbeiten kann..
Darüber wird dann demnächst auch zu berichten sein.

Kommentare:

  1. Schienenbieger17 April, 2014

    Hallo Ingo,

    du hast da eine EW 49-190-1:9r Fsch (Wh) DR nachgebaut. Es ist keine Federzungenvorrichtung, Federzungen (Fz) fanden auf bei der DR ab 1975 in der EW 65-Pa-500-1:12 Fz Hh Verwendung.
    Eine Fsch erkennt man an der Sicherheitslasche Fl49e (DR).
    Aber schieben wir mal diesen theoretischen Mist beiseite. Alle Achtung, perfekter Nachbau selbst die Radlenkerschrauben sitzen, Herzstück in Lage.
    Schwellenanzahl und Verteilung einfach nur Top.
    Wo hast du die Weiche fotografiert? (die mit dem verzahnten Weichenende)
    P.s. du wolltest ja mal eine doppelte Weiche nachbauen, ich habe nach unseren letzten Gespräch mal meine Unterlagen durchwühlt (war endlich mal der Grund welchen ich brauchte um Ordnung zu machen) und dabei Zeichnungen einer preussischen DW gefunden mit Gelenkzungen dabei sind etliche Maße und Details.
    Wegen deiner Entgleisungsweiche habe ich auch gleich mal geschaut und auch was gefunden, wieder mit Maße und allen möglichen sogar mit Bestellnummer:)

    Schöne Ostern

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    1. Moin mein Lieber,

      dass diese eine Fsch - und nicht eine Fz - Weiche ist bitte ich zu entschuldigen, hatte ich doch diese fälschlich bezeichnet.
      Die "verzahnte" Weiche liegt bei der Zschornewitzer Kleinbahn genau im (ehemaligen) Abzweig kurz vor der Einfahrt zur Bahnbau Möhlau GmbH, Aber sie ist nicht das einzige Exemplar dieser Schwellen - Bauweise, es existieren noch zwei andere mit Holzschwellen und eine Stahlschwellenweiche mit FEDERZUNGEN und Stahl - Holzschwellen "Verzahnung"!
      Bei der DW habe ich im Moment einen Baustop eingelegt, ebenso bei der Eintgleisungsweiche, einfach weil mir noch viele Detailinformationen fehlen. Da trifft es sich wirklich gut, dass Du beim "aufräumen" Unterlagen gefunden hast!
      Da wir uns ja spätestens im September zum Bahnhofsfest in Hettstedt (HHE) sehen werden - an alle Leser im Blog, das Bahnhofsfest in Hettstedt an der ehemaligen HHE findet im September statt - können wir dann auch darüber sprechen.
      Vielen Dank für Deinen Kommentar, den prima Info's zu den Unterlagen und dem Lob zu der Weichen - Frokelei!

      Auch Dir schöne Ostern

      LG. Ingo

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