Donnerstag, 26. Januar 2017

Betonplatten im Gußverfahren für die "alte" Fabrikmauer - nur ein Versuch?





Im letzten Beitrag zur "alten" Fabrikmauer wurde von zwei Kollegen in ihren Kommentaren die berechtigte Frage gestellt, warum ich mir die einzelnen Platten nicht einfach zB. mit Gips etc. in einer Form gießen wolle.
Das hätte dann auch den Vorteil wie es der "Vogtländer" weiter kommentierte, die Armierung gleich mit ein zu gießen, um später dann bei Bedarf defekte einzelner Betonplatten mit ein mehr oder weniger Stück sichtbarer Armierung zu gestalten.
Das hat mich nun spontan geweckt und auf den Plan gebracht, einen Versuch in diese Richtung zu unternehmen!
So habe ich mir auf die Schnelle zum einen eine Form für die beim Vorbild 4,0 Meter lange Betonplatte aus Polystyrol Platten hergestellt und zum anderen eine Lötlehre zur Fertigung der Armierung aus Messingdraht.



Die Gußform für die Betonplatte 45 mm x 14,3 mm x 1,7 mm mit eingelegter Armierung ist hier nun einsatzbereit für den ersten Abguß.
Die vier äußeren Drähte in den Einschnitten halten die Armierung genau mittig der zu gießenden Platte. Später im fertigen Zustand der Betonplatte werden Drähte für eine weitere Aufgabe gebraucht.
Die Verlötungen des Raster sind sehr schnell ausgeführt, sie brauchen ja im verdeckten Zustand auch keinen Schönheitspreis zu gewinnen ...



Die "Stahlmatte" respektive Armierung in Form von 0,25 mm Messingdraht ist in die Form eingelegt, wobei diese genau in der Mitte der 1,7 mm starken Platte mittels passend tiefen Einschnitten an den Rändern der Gußform auf den verlängerten Drähten zu liegen kommt.
So sollte das zum Abguß in den Einsatz kommende Material dünn angerührt sein, um auch ohne Probleme gleichmäßig unter die Matte zu kommen. Dabei darf aber wiederum nach dem abbinden des Material kein schrumpfen und Schwund entstehen.
Der "Vogtländer" empfiehlt als Gießmasse Keramin - S, welches er erfolgreich vor ein paar Jahren zum Bau seiner schönen Brücke eingesetzt hatte. Ich persönlich fand das Brücken - Bauwerk seiner Zeit bei dessen Vorstellung in Wort und Bild auch seiner Gravuren und Farbgebung sehr beeindruckend!
Aus diesem Grunde werde ich seinem Vorschlag zur Benutzung von Keramin - S folgen!

Vor dem eigentlichen Guß sollte natürlich die Form unbedingt mit einem Trennmittel zB. Ochsengalle eingepinselt werden, so wie es auch der "Vogtländer" in seinem Kommentar bemerkte.
Ochsengalle ist in der Kunst - Malerei bestens bekannt, aber auch zur Aufbereitung von Schotterkleber kommt Ochsengalle bei mir zur Verwendung!
Auf jeden Fall - so hoffe ich! - dürfte dieses Mittelchen das herauslösen der aus Keramin - S gehärteten Platten aus der leider nicht flexibel aufgebauten Gußform etwas erleichtern.
Sollte das Herauslösen der Platten nicht wie gewünscht gelingen, werde ich mir dann auch noch eine Lösung einfallen lassen müssen.



Die Lötlehre für die Armierung ist recht schnell aufgebaut, 0,25 mm Messingdraht aus dem Baumarkt / Bastelabteilung in einem Zug von der Rolle um die Schrauben aufgespannt ...



... und verlötet - Fertig!
Bei Bedarf zB. größerer Löcher / Beschädigungen der Betonplatten und zu erkennender dann rostigen Armierung, kann nach Wunsch noch ein zusätzlicher Draht einzeln mit eingelötet werden.
Natürlich ist der 0,25 mm Draht zwar sehr dünn aber maßstäblich etwas grob geraten, andererseits möchte man auch noch aus etwas Entfernung die Armierung in den "beschädigten" Platten der "alten" Fabrikmauer aus Betonfertigteilen erkennen.

Nun steht das besorgen der Gießmasse und der erste Abguß in Folge auf dem Plan, davon werde ich dann zu gegebener Zeit berichten.

Kommentare:

  1. Kollege Karsten MD27 Januar, 2017

    Hallo Ingo,
    wenn das mal eine Kleinproduktion werden wird möchte ich schonmal meinen / unseren Bedarf für einige feine individuelle Mauerfelder bei dir anmelden!
    Wir fragen uns immer wieder beim lesen im Blog oder beim diskutieren mit dir wie du es schaffst aus einer kleinen Idee am Anfang mit den verschiedensten Praktiken zu einem schönen und durchdachten Resultat zu kommen.
    Ich denke da nur an deine kleine Blechträgerbrücke die du immer weiter "mit einfachen Mitteln" für uns verfeinert hast und so bei uns zum Schluß in drei verschiedenen Ausführungen auf den Modulen zu finden sind.
    Wir freuen uns auf eine alte Fabrikmauer und noch viel mehr!

    Die herzlichsten Grüße aus MD und SBK von Deinen Kumpels

    Karsten

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  2. Moin mein lieber Karsten,

    bitte entschuldige, das ich Dir / euch erst heute auf Deinen netten Kommentar antworte - ich habe es einfach verschwitzt!
    Nun ob die Sache eine Kleinproduktion werden wird möchte ich stark bezweifeln. Ich kann euch aber eine solche Gußform für 2 - 3 Platten pro Guß wenn die meine ihre Feuertaufe bestehen sollte anfertigen, natürlich dann auch mit von euch individuell gewünschten Maßen. Darüber läßt sich demnächst bei euch reden!

    Mit vielen Grüßen aus Merzien an alle Kumpel, danke für Deinen Kommentar und bastelt mal schön weiter denn ich möchte demnächst Ergebnisse sehen,

    Ingo

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