Dienstag, 17. Januar 2017

Ein paar Schwellen H0 Pur Gleisbau auf Echtholz





Die beiden Gleisabgänge von der Kesselwagenwanne der geplanten Abfüll- und Entleerungsstelle im H0 Pur Standard für zweiachsige Kesselwagen soll zum einen ein Holzschwellengleis in Echtholz Bauweise in Richtung des Gleisabschluß bzw. Prellbock werden, welches im noch ziemlich neuen / frischen Betriebszustand dargestellt wird und zum anderen ein Stahlschwellengleis von RST Eisenbahnmodellbau werden.
Erste Anfänge sind nun getätigt und ich bin ganz zufrieden mit meiner doch langwierigen Bastelei, habe ich doch nebenbei noch ein kleines Gimmick für die Echtholzschwellen erstellt.



Im Bild zu sehen sind an den Enden einer jeden Holzschwelle die beim Vorbild oft zu sehenden Stahlbänder nachgebildet, welche ein zerfallen der Schwellen verhindern oder auch nur hinauszögern sollen.

Der liebe Kollege Schienen(ver)bieger könnte vielleicht diese Angelegenheit der Stahlbänder mit seinem fundierten Fachwissen kommentieren, Warum, Weshalb und Wieso die Dinger an Werksneuen Schwellen in welchem Zeitraum schon montiert waren.

Diese aus 0,3 mm Messingdraht im Schraubstock flach gequetschten Klammern habe ich brüniert und hier zur Probe in neben die Schwellen passend eingebrachten Bohrungen lose eingesteckt.
In der hier vorliegenden Makroaufnahme schauen die Dinger etwas grob / stark aus, aber aus ca. 30 cm Betrachtungsabstand ist diese grobe Ansicht partout nicht mehr auszumachen!
Natürlich hätten es maßstabsgerecht wohl zB. passende ca. 0,10 mm starke Neusilberstreifen besser getan die ich im Moment leider nicht auf Lager habe, aber das (in leichter Entfernung!) sichtbare Ergebnis heiligt hier die Mittel.

Folgen nun ein paar Bilder vom eigentlichen Aufbau des "nur" in 60 mm Länge messenden Gleisstück:








Aus etwa 30 cm Entfernung zum Objekt mit der Kamera aufgenommen sind die Stahlbänder der Holzschwellen kaum noch sichtbar.
Einfärbung und Schotterung sollten bezüglich der in der Makroaufnahme oben zu sehenden Grobheit jene positiv vertuschen helfen.
Andererseits sollte ich wohl vielleicht nochmals Hand anlegen und mit feinen Neusilberblechstreifen die Messingbänder austauschen.
Schaun wir mal ...

Kommentare:

  1. Schienenbieger17 Januar, 2017

    Hallo Ingo,

    du hast gerufen. "Mit seinen fundierten Fachwissen" vielen Dank erstmal dafür.
    Die Aufforderung dazu meinen Senf zu geben klingt ja wie sag mal schnell was dazu :-) das geht bei dem Thema Holzschwelle nicht ganz so schnell ohne wieder einmal, den Blick, in die Geschichte schweifen zu lassen.

    Die Eigenschaften von Holz sind die das es "arbeitet" eine Schwellenschraube einmal eingeschraubt sorgt natürlich für einen gewissen Druck, daraus entstehen im Laufe der Jahre (und Wechsel von Trockenheit zu Feuchtigkeit) Längsrisse. Eine Möglichkeit dagegen ist die Sicherung der Schwellenköpfe durch verschiedene Methoden. Ab ca 1930 wurden Sicherungsschrauben mit Unterlegscheiben verwendet, sowie die klassischen S Haken beides wurde im Bereich der DR bis ca 1988 verbaut. Nach 1988 wurden gestanzte Nagelplatten verwenden (rechteckig) bzw ab ca 1990 die ovalen Nagelplatten.
    Was du jetzt da präsentierst ist die Möglichkeit der Sicherung durch eine Stahlbandage. Das Verfahren wurde "bei uns" nachträglich beim Aufarbeiten von Rückbaustoffen angewandt. Nachdem gewisse Erfahrungen gesammelt wurden, ging man dazu über die Köpfe gleich bei der Herstellung der Schwellen zu sichern ( mit den unterschiedlichen Verfahren). Heute ist das eigentlich alles Standard.

    Nachdem wir jetzt erstmal Grundsätze beleuchtet haben, geht es jetzt daran das geschaffene zu beurteilen.
    Ingo mein lieber Freund du willst ja freiwillig immer so nah wie möglich am Original arbeiten. Deine Bandagen gefallen mir sehr, wenn du es noch straffer anlegen kannst wäre es natürlich das berühmte "I-Tüpfelchen". Aber jetzt kommt es eine Kuppelschwelle besitzt keine Bandage über 2 Schwellen. Die Schwellen sind einzeln bandagiert und durch 3-5 Kuppelschrauben miteinander verbunden. Also das was du da gemacht hast wird man im Orginal zu 99,9% nicht finden!

    Und jetzt zum nächsten: von einen festen Schienenauflager auf einen Schotteroberbau geht man in der Regel immer mit 5 Holzschwellen über (wir lassen jetzt mal die Varianten der festen Fahrbahn aussen vor). Das gilt beim Übergang von Hallengleisen, Gleiswaagen Gleistassen etc.

    Und jetzt kommt noch der klugscheißer heraus...das sind Gleisanschlüsse oder Gleisanbindungen, hättest du da Gleisabgänge würde dein schöner Wagen auf halb acht stehen.

    So ich hoffe ich es war zum lesen nicht zu langweilig.

    In diesen Sinne frohes Basteln.

    LG

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    1. Mein lieber Freund Schienen(ver)bieger,

      es ist immer wieder sehr interessant, was der Fachmann dem Laien - so auch meiner Einer - zu solch einem doch eher kleinen von mir gezeigten Thema an profunden Wissen zu vermitteln mag!

      Gut, die Sache mit den 5 Stück Holzschwellen von der Gleistasse abgehend sind im Tausch respektive dem verschieben der Stahlschwellen so gut wie in Arbeit. Ich werde die H - Schwellen einfach dazwischen setzen.
      Das zum Einen, anders schaut es mit den Stahlbandagen aus. Diese werde ich nochmals dann etwas schwächer / dünner im verwendeten Material anfertigen. Noch sind ja meine oben in den Bildern zu sehenden Teile nur provisorisch eingesteckt - ergo kein Problem!

      Ach so, den von Dir erwähnten Plan der Weiche kannst Du beruhigt noch draußen lassen, noch immer verlangt mein begehren nach solchem Plan!
      Wichtig ist zudem zur Zeit die "berühmte" Deutschlandkurve in DE, beim ersten Suchanlauf vor einigen Wochen habe ich sie leider nicht finden können. Ist sie überhaupt noch existent??

      Mein Lieber ich danke Dir für Deine Mühe der fachlichen Erläuterungen in "mittelschwerer" Textausgabe!

      Bis demnächst Dir beste Gleise bei der Arbeit und viele Grüße aus Merzien

      Ingo

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  2. Robert Liebers20 Januar, 2017

    Hallo Ingo, ich habe noch zwei Bilder daheim von dem Deutschland-Bogen. Ein Bogen in diesem Sinne kenne ich nicht mehr.

    Es grüßt Robert

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    1. Moin Robert,

      die von mir nach Angaben des Kollegen Schienenbieger gesuchte Deutschlandkurve im Stadtgebiet / Industriegebiet von Dessau gelegen konnte ich wie gesagt noch nicht finden, zudem auf jenem Territorium ein Wachdienst sehr empfindlich "gegen Eindringlinge" reagiert!
      Stellt sich nun die Frage, da dort umfangreiche Umbaumaßnahmen stattfinden oder noch stattfinden sollen, ob dieses Relikt überhaupt noch vorhanden ist.

      Robert, frei heraus gesprochen würde ich mich sehr freuen, wenn Du mir Kopien Deiner zwei Bilder vom Deutschland Bogen nur für mich zur Ansicht oder auch für einen Beitrag hier im Blog vielleicht mailen könntest??
      Ich denke nun schon ein paar Jahren darüber nach, solch einen recht seltenen und sehr interessanten Eisenbahnbau zu versuchen im Modell darzustellen.

      Viele Grüße aus Merzien,

      Ingo

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    2. Moin Robert,

      vielen Dank für die Zusendung der beiden Bilder der Deutschlandkurven bzw. -Bögen!
      Weiteres in Kürze von mir per Mail!!

      Grüße aus Merzien

      Ingo

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  3. Schienenbieger23 Januar, 2017

    Hallo Ingo,

    klar gibt es den noch, man muss halt genau hinschauen.
    Ich würde das Joch ja am liebsten aufbauen und als Ausstellungsstück mit einer Achse versehen...Aber es mangelt an der lieben Zeit!
    Wie gesagt, sie liegt noch. Ich werde dir mal demnächst ein Bild von ihr zukommen lassen, wenn sie ihr weißes Kleidchen ablegt.

    LG

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    1. Moin mein lieber Schienen(ver)bieger,

      vielleicht solltest Du mir bei Gelegenheit nochmals im Detail erklären, wo das Ding in DE genau liegt?!

      Apropos Gelegenheit, seit Ihr im April in Ferropolis bei der "großen" Ausstellung mit von der Partie??

      Danke und Grüße an Dich
      Ingo

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  4. Hallo Ingo nun muß ich hier auch mal posten.
    Das erste Bild dieses Post finde ich so phantastisch schön, dass ich mich an diesem nicht satt sehen kann.
    Ist es Dir möglich das Bild in Originalgröße mir per Mail zukommen zu lassen? Ich würde mich sehr freuen!

    Viele Grüße vom Willi

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    1. Moin mein lieber Willi,

      dass gewünschte Bild in Originalgröße wird Dich in der Zwischenzeit sicher erreicht haben.
      Leider ist mir "mal wieder" durch Zeitnot hier eine Antwort auf Deine Anfrage unter gegangen, was Du mir bitte entschuldigen möchtest.
      Danke für Deinen netten Kommentar!

      Liebe Grüße

      Ingo

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  5. Hallo Zusammen,
    ich habe mir diesen alten Blog die Tage nochmal genauer angeschaut. Jetzt hab ich eine Frage dazu. Wie sind die 5 Schwellen beim Übergang auf eine feste Gleislage angeordnet? Liegen die direkt nebeneinander oder haben die definierte Abstände?
    Ich stehe vor einem ähnlichen Thema. Bei mir soll ein Anschlussgleis auf einen Werkhof verschwenken und dort eingepflaster werden. Vorher ist die Schwellenlage nach der Formel für Ladegleise.
    Danke für aufklärende Erläuterungen.
    Ralf

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    1. Hallo Ralf,

      da ich bei diesem Thema auch alles andere als Sattelfest bin, möchte ich Deine spezielle Frage dem Kollegen Schienen(ver)bieger zur fachgerechten Beantwortung weiter reichen.
      Dieser befindet sich zur Zeit in den weiten Steppen Russlands im Urlaub, ist er demnächst wieder in der Heimat, möchte er doch bitte hier sein Wissen zu diesem Thema preisgeben!

      Lieber Ralf, ich hoffe die Antwort hat noch ein paar Tage Zeit.
      Vielen Dank für Deine interessante Anfrage nebst vielen Grüßen aus Merzien,

      Ingo

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  6. Schienenbieger24 April, 2017

    Tach Ingo,
    Tach Ralf,

    Ralf deine Frage ist etwas neben dem Thema! Es ging hier um feste schotterlose Gleise (Tassen, Hallengleisen, Tragplatten).
    Was du vor hast ist glaube ich wenn ich es richtig verstanden habe lediglich eine Gleiseindeckung.

    Machen wir das beste aus der Frage ( beim nächsten mal das Vorhaben etwas genauer beschreiben).

    Ich nehme an das Gleis soll ein privates Anschlussgleis darstellen, also ein BOA-Thema.
    Der Regelschwellenabstand beträgt bei weniger als 1,5 Mio Bruttotonnen/Jahr 750mm, zwischen 1,5 und 3 Mio Bruttotonnen/Jahr 700mm und bei über 3 Mio 650mm im lückigen Gleis. Allerdings beträgt der Abstand von der letzten Schwelle bis zum schwebenden Stoßdämpfer 300mm.
    Im lückenlosen Gleis beträgt der Abstand generell 650mm allerdings gilt hier "Betonschwelle first".

    Ist jetzt erstmal der passende Abstand gesucht ist nach dem Stopfen des Gleises, es folgt das bündige füllen und verdichten der Schwellenfächer. Danach kommt ein Geotextil drauf.
    Bei Eindeckung mit Großflächenplatten: Splitt rein, Abziehen, Platte rauf und einrüttel.
    Bei Eindeckung mit Asphalt oder Pflaster ein Z-Profil für die Spurrille verbauen und Asphalt oder Splitt und Pflaster rein.

    So ich hoffe das ich mit der Antwort im passenden bin.

    Bis dahin alles Gute.

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  7. Hallo Schienenbieger,
    Danke für Deine Antwort. Vielleicht habe ich Deine erste Erklärung nicht verstanden und meine Frage falsch plaziert. Ich habe das Vorhaben hier mal etwas genauer erleutert: http://schaplinger-kleinbahn.de/Schaplinger%20Kleinbahn-Dateien/Kleinbahn/Bauberichte/Berichte.html
    Das Gleis über den Hof soll mit Rillenschienen in die Werkhalle auf der anderen Sete führen. Deine erste darstelllung hatte ich so verstanden, dass einige enger gelegte Schwellen kommen bevor es in den Hofnbereich geht. Ob das Kopfsteinpflaster oder einen Betonfläche wird ist mir derzeit noch nicht klar. Erstmal lege ich die Schwellen.
    Wenn das allerdings für das gewählte Vorbild eines Wurmfortsatzes einer Kleinbahn nicht relevant ist, dann ist auch gut.
    Gruß Ralf

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