Donnerstag, 9. März 2017

Blechflicken in 1 : 87 - hauchzart mit Niete Imitationen selbst gefertigt





Beim basteln an der gedeckten Wagendrehscheibe erinnerte ich mich an eine Idee, welche ich vor vielen Jahren einmal hatte, aber dennoch zu keiner Zeit verwirklichte.
Bei dieser kleinen Idee handelte es sich um die Herstellung von extrem dünnen Blechflicken, diese zudem mit Niete- oder Schraubenköpfen Imitationen ausgestattet sind.
Nach damaligen einigen Versuchen solche Flicken aus dünnem Zeichenkarton mit jenen Imitationen herzustellen, stellte sich zum Ende heraus, dass ich diese Niet Köpfe einfach nicht in der von mir gewünschten und dauerhaft haltbaren Qualität zu Stande brachte.
Das prägen von Karton war seiner Zeit nicht mein Ding!
Diesem damaligen Makel zu Grunde kam die Idee auf, Material in Form von selbstklebender Kupferfolie mit nur 0,035 mm Stärke für diese Zwecke zu benutzen.
Dies soll nun heute mein Thema sein.

An meiner nun im Bau / Umbau befindlichen 8,5 Meter mit Holzplanken gedeckten Wagendrehscheibe von Bochmann & Kochendorfer, die in einem geplanten kleinen mit H0 Pur Gleisen ausgestatteten Fabrikareal eines VEB (Volkseigener Betrieb) angesiedelt in der ehemaligen DDR der frühen 1980er Jahre ihren Platz finden wird, sollen einige der Holzplanken in Vorgabe aus meinem Gedächtnis von einer damaligen Wagendrehscheibe der ex Wolfener Chemie - Werksspedition, so wie jene auch mit Blechflicken "repariert" werden.
Der Zeitraum ist prädestiniert für solche doch primitiven "Flicken artigen" Ausbesserungen an Produktionsmittel denn gutes Holz war große Mangelware und wenn vorhanden, wurde dieses Material lieber für den Bau eines neuen opulenten Schlafzimmer inklusive äußerst üppiger Spielwiese für den Genossen Generaldirektor jenes VEB verwendet. (Tatsachenbericht!)



Die Drehscheibenbühne, deren "alte" Holzbeplankung und ein Blechflicken, welcher eine kleine defekte / gesplitterte Stelle der Holzbalken bedeckt.
Die sehr dünne Beschaffenheit des Flicken hier im Modell soll eine ca. 1 mm Starke Blechplatte beim Vorbild wiedergeben.




Zwei weitere mit geprägten Niete Köpfen gefertigte Flicken, links mit Weinert Grundierung und Pinsel behandelt und rechts noch im rohen Zustand.
Angeglichen in Form und Größe der von B&K werksseitig aufgebrachten Köpfe auf die Holzbeplankung, sollen die Köpfe wohl eher als Schraubenkopfe gelten.





Diese hauchzarte selbstklebende Kupferfolie ist ursprünglich angedacht defekte Leiterbahnen von Elektronikgeräten zu reparieren. Ich habe diese Packung nun auch schon viele Jahre bei mir zu liegen und hin und wieder mal ein Stück davon gebraucht.
Damals bei Conrad für knapp 10 DM-chen so weit ich mich noch entsinne erworben, hat sie über die Jahre bei trockener Lagerung noch kein Deut an Klebkraft verloren.

Die 0,035 mm Stärke der Kupferfolie entspricht im Maßstab 1 : 87 knapp 3,0 mm der vorgesehenen Stahlplatten, ergo zwar nicht im grünen Bereich von ca. 1 mm - 1,5 mm des Vorbildes aber immerhin nah dran für das Vorhaben, defekte Holzplanken an der Drehscheibe zu flicken.



Mit einer Jersey Nadel, die Dinger sind zum Nähen von derbem zB. Jeansstoff gedacht wobei deren Spitze von Natur aus etwas abgerundet ist, werden nun die Prägungen der Schrauben- / Niete Köpfe in die Kupferfolie eingebracht.
Normaler Weise setzte ich die Nadeln zum prägen von Niete Köpfen in Neusilberblech ein, hier aber dem sehr dünnen Material der Folie geschuldet natürlich mit sehr wenig Druck beim prägen ausgeführt, kann man auch respektable Ergebnisse erzielen.



Die Nadel in ein Bohrklöbchen eingespannt läßt sich so sehr viel besser und genauer hantieren.

Die selbstklebende Folie besitzt ist mit einem Klebstoff versehen, welcher derart stark und langwierig ohne Probleme haftet, dass ein lösen des Flicken nicht zu befürchten ist.
Ich habe mit dieser Folie in den Jahren einige Arbeiten ausgeführt, noch nie hat sich die Klebung wieder gelöst. Dabei habe ich Werkstücke im Bestand die mindestens 8 Jahre mit dieser aufgeklebten Folie liegen - und noch immer Bombenfest!!
Sogar beim Einsatz von Azeton in unmittelbarer Nachbarschaft der Folie blieb diese wacker am Werkstück kleben!





Eine nur kleine Bastelei die aber das Bild einer in die Tage gekommenen Wagendrehscheibe eines Industriebetriebes der ehemaligen DDR glaubwürdig in Szene gesetzt.




Kommentare:

  1. Top! Schöne Idee um Umsetzung. Dann kündige ich mal den Ideenklau an.... Es wird sich im ACK Wiesenburg sicherlich eine ähnliche Situation finden lassen....

    Weiter so!

    Rando

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Moin mein lieber Rando,

      Dein Ideenklau ist Dir natürlich genehmigt - ist ja auch Sinn und Zweck in diesem Blog!
      Dabei kennen ich schon eine Situation in Deinem ACK Wiesenburg ...

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und schön von Dir gehört zu haben!!

      Liebe Grüße aus Merzien "in die Nachbarschaft" und weiterhin frohes basteln an Deinem einzigartigen wie schönen Wiesenburg.

      Ingo

      Löschen